Beim malignen Melanom ist die
Operation die effektivste Behand-
lungsmethode. Ergänzend können
weitere Therapiemaßnahmen
notwendig sein. OperationEin malignes Melanom muss durch eine Operation vollständig entfernt werden. Die Größe der notwendigen Operation richtet sich nach der feingeweblich bestimmten Dicke des Tumors.
Ist der Tumor mehr als einen Millimeter dick, sollte zusätzlich der im Lymphabfluss der betroffenen Hautregion erstgelegene Lymphknoten (auch Schildwächter-Lymphknoten oder "Sentinel Lymph Node“ genannt) operativ entfernt und untersucht werden. Diese Untersuchung ermöglicht eine bessere Vorhersage des Krankheitsverlaufs. Sind bereits Lymphknoten von Tumorzellen befallen, sollten die nahegelegenen Lymphknoten vollständig entfernt werden.
Adjuvante TherapieIn Deutschland wird bei Melanomen von mehr als 2 mm Eindringtiefe ("vertikale Tumordicke") eine Immuntherapie mit Interferon alpha empfohlen, die zusätzlich zur Operation ("adjuvante" Therapie) durchgeführt wird. Interferon alpha regt das körpereigene Abwehrsystem an, eventuell verbliebene, nicht sichtbare Tumorzellen zu bekämpfen. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Gabe von Interferon-alpha bei Patienten mit einem erhöhten Metastasierungsrisiko zu einer Verlängerung des Überlebens führt. Die genaue Form der Interferon-Therapie muss mit dem behandelnden Arzt individuell besprochen werden.
Behandlung bei MetastasenHaben sich bereits Tochtergeschwülste in inneren Organen gebildet (z.B. Lunge, Knochen, Leber, Gehirn) können neben der Operation Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie sowie kombinierte Chemo-Immuntherapie und auch die so genannte „Targeted Therapy“ (zielgerichtete Behandlungen) angewendet werden.
Für die Chemotherapie stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung (z.B. Dacarbazin, Temozolomid, Fotemustin, Carboplatin, Paclitaxel). Bei der Immuntherapie werden Interferon-alpha und Interleukin-2 eingesetzt. Eine Heilung ist durch diese Therapien nur sehr selten möglich. Allerdings kann eine Rückbildung der Metastasen erreicht werden, so dass sich die tumorbedingten Beschwerden lindern lasen.
Im Sommer 2011 wurde eine neue Substanz (Ipilimumab) zur Therapie des metastasierten malignen Melanoms zugelassen. Diese Substanz lässt sich nach einer Chemotherapie –also als zweite Behandlungsmethode- einsetzen und führt bei einer kleineren Gruppe von Patienten zu einem langen oder dauerhaften Verschwinden der Melanommetastasen.
Eine zweite bahnbrechende Therapie, die im Herbst/Winter 2011 für metastasierte Melanompatienten zugelassen werden wurde, heißt Vemurafinib und kommt aus der Gruppe der so genannten „Targetd Therapy“, der gezielten Therapie gegen Melanomzellen. Diese Substanz wird bei Patienten angewendet werden können, bei denen in der Melanomzelle eine bestimmte genetische Veränderung (B-RAF-Mutation) gefunden werden kann. Bei dieser Substanz liegen hohe Ansprechraten (Verkleinerung der Tumoren) vor. Ob bei einem Teil der behandelten Patienten ein Langzeitüberleben oder eine Heilung durch diese Substanz erzielt werden kann, ist bis jetzt unklar.
Weil die derzeit zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenen malignen Melanomen trotz der neuen Substanzen in ihrer Wirksamkeit weiterhin begrenzt sind, wird Betroffenen die Teilnahme an klinischen Studien empfohlen. Die deutschen
Leitlinien zur Versorgung von Melanompatienten weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Teilnahme an klinischen Studien bei fortgeschrittenem Melanom mit Metastasierung in innere Organe (Stadium IV) am erfolgversprechendsten ist. Im Zentrum der Melanomforschung stehen insbesondere Immuntherapien, die das Immunsystem gegen die Krebszellen aktivieren sollen, Wirkstoffe in Form so genannter monoklonaler Antikörper und kombinierte Therapien mit immunologischen Medikamenten und der „Targeted Therapy“ sowie die Kombination von verschiedenen Substanzen dieser gezielten Therapie (Targeted Therapy) gegen Melanomzellen. Diese Kombinationstherapien stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten beim fernmetastasierten Melanom dar.
In Spezialzentren wird eine interdisziplinäre, gut abgestimmte und individualisierte Therapie auf höchstem Niveau ermöglicht. Die Behandlung des metastasierten Melanoms gehört in die Hände von Experten.