Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom - Nachsorge
Nachdem die medizinische Behandlung der Tumorerkrankung abgeschlossen ist, beginnt die Zeit, die als „Nachsorge“ bezeichnet wird. Die Nachsorge dient der Sicherung des Heilerfolges und der Lebensqualität. Die Tumornachsorge hat zur Aufgabe:
- ein Wiederauftreten der Krebskrankheit rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln;
- Begleiterkrankungen festzustellen, zu behandeln und gegebenenfalls zu lindern;
- der Patientin bei seinen körperlichen, seelischen und sozialen Problemen behilflich zu sein.
Nachsorgeuntersuchungen
Konnte durch die Behandlung der Tumor entfernt werden, so werden Ihnen die Ärztinnen und Ärzte in der Klinik raten, sich zu bestimmten Zeitpunkten für Nachuntersuchungen einzufinden. Die Nachsorgeuntersuchungen bei Gebärmutterkörperkrebs finden in den ersten 2-3 Jahren in der Regel alle drei bis vier Monate, in den folgenden 2-3 Jahren alle sechs Monate statt. Bitte denken Sie an die vereinbarten Termine! Die regelmäßige Kontrolle gibt Ihnen die Sicherheit, dass gegen eine erneute Tumorbildung, aber auch gegen mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen schnell eingeschritten wird. Wie häufig die Ärztin bzw. der Arzt seine Patientin letztlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Die Ärztin bzw. der Arzt berücksichtigt dabei auch das jeweilige Rückfallrisiko der Krebserkrankung, an der die Patientin erkrankt war. Obwohl man nach fünf Jahren von einer Heilung spricht, sollten Sie weiterhin jährlich die Frauenärztin bzw. -arzt aufsuchen, auch wenn eine Totaloperation vorgenommen werden musste. Denn: Frauen, die an Gebärmutterschleimhautkrebs erkrankt waren, haben z.B. auch ein höheres Risiko, Darmkrebs zu bekommen! Die Wahrscheinlichkeit einen zweiten Krebs zu bekommen, liegt bei ca. 6-10%. Auch Art und Umfang der Nachsorgeuntersuchungen stimmt die Ärztin bzw. der Arzt auf die individuelle Situation ab. Es wird dabei vor allem berücksichtigt, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten war, welche Tumorart vorlag und welche Behandlung durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt der Nachsorgeuntersuchungen stehen immer das Gespräch mit der Patientin, Fragen nach dem bisherigen Verlauf der Erkrankung und nach dem körperlichen Befinden. Die wichtigsten Nachsorgeuntersuchungen sind:
- die umfassende körperliche Untersuchung (gynäkologische Tast- und Spiegeluntersuchung),
- Blut- und Urinuntersuchungen,
- der Zellabstrich (Pap-Test).
Halbjährlich werden ferner per Ultraschall Bauchraum, Nieren und das Becken untersucht. Bei Beschweren werden Röntgenuntersuchungen der Lunge und der ableitenden Harnwege durchgeführt. Weiterführende Untersuchungen sind nur bei Patientinnen mit Symptomen erforderlich. Allmählich sollten die Nachsorgeuntersuchungen in individuell angepasste Krebsfrüherkennungsuntersuchungen übergehen, die selbstverständlich auch die regelmäßige Früherkennung auf Brustkrebs umfassen.
Nachbetreuung
Bei der Nachsorge geht es nicht nur um medizinische Untersuchungen, sie beinhaltet auch die Nachbetreuung der Patientin. Die meisten Menschen sind nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet. Der Organverlust und v.a. Folgen der Operation wie Harninkontinenz werden häufig als besonders schwerwiegend empfunden und können erhebliche Auswirkungen auf Selbstverständnis und Selbstwertgefühl der Patientin haben. Die Nachbetreuung soll helfen, die Krankheit zu verarbeiten und die vielfältigen Probleme, die im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung auftreten, zu bewältigen.
Bereits in der Klinik haben Sie die Möglichkeit, sich mit Fragen und Problemen an Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt oder an spezielle Fachkräfte zu wenden. Scheuen Sie sich nicht, dies zu tun! Neben der eigentlichen Therapie gehört es zu den Aufgaben des Behandlungsteams, die Patientin zu begleiten und gemeinsam mit ihr Problemlösungswege zu suchen. In den meisten Krankenhäusern ist ein Sozialdienst eingerichtet, der Unterstützung bei versorgungstechnischen und sozialen Fragen bietet und Sie an entsprechende Institutionen weitervermitteln kann. Auch die Möglichkeit einer psychologischen Beratung ist in vielen Krankenhäusern gegeben.
Für manche Patientinnen ist es darüber hinaus hilfreich, sich über einen gewissen Zeitraum auch Unterstützung bei einer Beratungsstelle zu holen. Psychosoziale Beratungsstellen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie bieten Krebspatientinnen und ihren Angehörigen Information und Rat zu Nachsorge, Kur- und Rentenangelegenheiten. Auch der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe, kann eine große Hilfe sein, da diese Menschen die Probleme aus eigener Erfahrung kennen und mit Rat und Tat helfen können.
(red)
Quellen: Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 73-126 H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 Fachliche Beratung
Aktualisiert am: 26.09.11 - 16:07
|
Thema im Februar: Krebs durch Lifestyle?
U.a. mit einem Interview zu möglichen Gefahren fehlerhafter Brustimplantate.
|
|