Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Gallenblasenkrebs, Gallengangkrebs - Therapie

Operation

Hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose nur vereinzelte Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet, ist eine operative Entfernung des Tumorgewebes möglich. Dabei werden die Gallenblase bzw. Teile der Gallenwege entfernt (Cholecystektomie). Bei lebernahen Tumoren muss gegebenenfalls auch ein Teil der Leber entnommen werden.

Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie kann den Tumor am Wachstum hindern, ihn jedoch nicht vollständig entfernen. Strahlentherapie kann vor der Operation eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern und dadurch die Operation zu erleichtern (neoadjuvante Radiotherapie). Aufgrund der Strahlensensibilität der Leber kann diese Therapieform jedoch nur sehr selten eingesetzt werden.

Chemotherapie

In fortgeschrittenen Stadien kann sich eine Chemotherapie mit verschiedenen Chemotherapeutika (Gemcitabin, Cisplatin, Capecitabin, Oxaliplatin und andere). Eine aktuelle Studie aus Grossbritannien an über 400 Patienten hat gezeigt, dass Patienten mit einem fortgeschrittenen oder metastasiertem Karzinom der Gallenwege deutlich von einer Kombinationstherapie profitieren. Weitere Studien werden den Stellenwert molekularer Chemotherapien evaluieren.

Regionale Therapieverfahren

Die Bedeutung regionaler Therapieverfahren der Leber in der Behandlung von primären und sekundären (Metastasen) Tumoren der Leber hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Während diese Therapien bei anderen Tumoren der Leber bereits standardmäßig durchgeführt werden, muss die Wirksamkeit diese Therapieform für Tumoren der Gallenwege noch bestätigt werden. In der Regel werden diese Verfahren von einem interventionellen Radiologen oder einem Chirurgen durchgeführt. Mit Hilfe verschiedener Techniken kann hier durch Einbringen von Sonden in den Tumor entweder versucht werden diesen direkt zu zerstören (so genannte Ablative Verfahren) oder aber es wird in die Leber eine Chemotherapie lokal über die Leberarterie direkt in die Leber appliziert (transarterielle Chemoembolisation).

Krankheitsrückfall (Rezidiv)

Tritt der Tumor erneut auf, bringt eine erneute Operation nur in Ausnahmefällen Erfolg. Meist sind lediglich palliative und supportive Maßnahmen möglich. Bei gutem Allgemeinzustand kann eine Chemotherapie erwogen werden.

Palliative Therapie

Eine ausgedehnte Metastasierung macht eine Heilung durch eine Operation unmöglich. Die Therapie konzentriert sich dann in erster Linie darauf, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern. Da insbesondere ein Gallerückstau in die Leber Symptome verursacht, besteht die Möglichkeit, mittels ERC ein kleines Metallgitter (Stent) in die durch den Tumor verursachte Enge einzubringen. Dieses erweitert die Engstelle und ermöglicht langfristig den Abfluss der Galle. Eine weitere Möglichkeit, die Enge zu beseitigen, ist die photodynamische Therapie. Mit Hilfe dieser Therapie konnte in der Vergangenheit gezeigt werden, dass das Überleben der Patienten mit Gallenwegskarzinomen verlängert werden kann. Beide Verfahren sind nur möglich, wenn die Gallenwege über den Zwölffingerdarm erreichbar sind. Ist das nicht der Fall, muss die Galle in einen Beutel nach außen abgeleitet werden.

(red)



Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Gallenblasen-, Gallenwegskarzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 102
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Dr. Tim Greten, M.D.
National Cancer Institute, Bethesda (USA)


 


Aktualisiert am: 11.11.11 - 13:39



DKK 2012
Banner Roche: Pankreas - aus der Mitte
Spenden dkg
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->
Monatsthema
Hautkrebs Früherkennung Hautkrebs – Krankheit mit vielen Facetten.