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Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs

Tumoren der Gallenorgane treten selten auf und sind in ihrer ursächlichen Entstehung noch ungeklärt. Vermutet wird ein Zusammenhang zu Gallensteinleiden. Auch eine erbliche Komponente wird diskutiert.

Da Symptome bei den Gallenblasen- und Gallengangkarzinomen erst spät auftreten, ist die Krankheit bei der Diagnosestellung meist schon weit fortgeschritten. Sie äußert sich v.a. in Anzeichen eines Rückstaus der Galle in die Leber mit begleitender mangelnder Bilirubinausscheidung. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutes und wird normalerweise mit der Galle aus dem Körper entfernt. Ein Überschuss im Blut führt zur Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes (Ikterus), Juckreiz der Haut, Stuhlentfärbung und Urinverfärbung. Zusätzlich treten häufig unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf.

Die Diagnose wird durch eine Vielzahl körperlicher und bildgebender Untersuchungen gestellt. Dabei spielt in erster Linie die röntgenologische Darstellung der Gallenblase und –wege durch ein eingespritztes Kontrastmittel (ERCP) eine Rolle. Auch Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige diagnostische Verfahren.

Die Therapie ist abhängig von der Ausbreitung des Tumors. In frühen Stadien, wenn der Tumor noch auf die Gallenwege und/oder -blase beschränkt ist, werden die Gallenblase bzw. Gallenwege operativ entfernt. Hat er sich bereits im Körper ausgebreitet, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Die Therapie dient dann vorwiegend dazu, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern (palliative Therapie).

Häufigkeit
Bösartige Tumoren der Gallenblase und Gallenwege treten insgesamt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 2.300 Männer und 2.900 Frauen daran. Die Häufigkeit der Tumoren nimmt nach dem 60. Lebensjahr zu.

(red)



Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Gallenblasen-, Gallenwegskarzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 102
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/20068. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012




Fachliche Beratung
Dr. Tim Greten, M.D.
National Cancer Institute, Bethesda (USA)


 


Aktualisiert am: 12.03.12 - 11:16



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