Rechtzeitig erkannt und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar. Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit einigen Jahren. Immer mehr Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben also nicht daran. Fünf Jahre nach der Diagnose sind 81 Prozent der Patientinnen noch am Leben. Voraussetzung für eine dauerhafte Heilung ist, dass der Tumor vollständig zerstört wird. Dies gelingt am besten, wenn der Tumor in einem frühen Stadium erkannt wird und noch nicht im Körper gestreut hat. Zur optimalen Therapie bei frühem Brustkrebs gehört dabei neben der Therapie der Brust (Operation +/- Bestrahlung) auch die medikamentöse Therapie (Antihormon-, Chemo- und/oder zielgerichtete Therapie).
Hat der Tumor bereits in andere Körperregionen gestreut, also Metastasen gebildet, besteht mit den heute bekannten Behandlungsmethoden keine Aussicht auf vollständige Heilung, d. h. auf dauerhafte Entfernung aller Tumorzellen aus dem Körper. Die Therapie ist in dieser Situation darauf ausgerichtet, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten, z. B. durch Linderung von Symptomen wie Knochenschmerzen bei Knochenmetastasen. Wie lange eine Patientin mit fortgeschrittenem Brustkrebs überleben kann, ist abhängig von der Bösartigkeit des Tumors und von der Art der Metastasen. Brustkrebs metastasiert am häufigsten ins Skelett, in die Lunge und die Leber, seltener ins Gehirn. In seltenen Fällen kommt es auch zu einem Befall des Bauchfells mit Tumorzellen, was zur Entwicklung von
Aszites (Bauchwasser) führen kann.
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei fortgeschrittenem Brustkrebs liegt heute bei zwei bis dreieinhalb Jahren nach dem ersten Auftreten von Metastasen. Doch bis zu einem Drittel der Patientinnen lebt noch fünf Jahre und jede zehnte Betroffene mehr als zehn Jahre lang.