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Leben mit Brustkrebs
Die Diagnose Brustkrebs bedeutet einen großen Einschnitt für die betroffenen Frauen und alle ihnen nahestehenden Personen. Mit den bedrohlich erscheinenden Veränderungen umzugehen, erfordert viel Kraft. Mehrfach wird das ganze bisherige und zukünftige Leben in Frage gestellt. Völlig widerstreitende Gefühle nehmen Raum ein und lassen Fragen und Ängste aufkommen, die vorher vielleicht so noch nie thematisiert worden sind.
Wahrscheinlich machen sich Bedenken und Unsicherheit breit: Wird die Therapie überhaupt wirken? Was mache ich, wenn der Krebs wiederkommt? Gefühle von Depression wird es geben, aber auch Hoffnung und die Chance, ein intensiveres Leben genießen zu können. Wichtig ist: Niemand muss diese Fragen mit sich allein ausmachen. Selbst aktiv zu werden und sich mit den Möglichkeiten der Behandlung auseinander zu setzen, kann helfen, das Gefühl der eigenen Hilflosigkeit zu überwinden.
Freunde und Verwandte können dabei unterstützend mithelfen. Es gibt vielfältige Angebote von verschiedenen Organisationen für Beratung, für genaue Informationen über Brustkrebs, für Hinweise und Hilfen in der beruflichen und sozialen Rehabilitation. Manchmal hilft es auch, sich mit anderen betroffenen Frauen auszutauschen, welche die Ängste und Alltagsprobleme aus eigenem Erleben kennen. Brustkrebsinitiativen und Selbsthilfegruppen bieten Rat und Ermunterung. Dort können auch neueste Informationen z. B. über klinische Studien oder über die Auswirkungen der Behandlung ausgetauscht werden. Sie können aber vor allem auch das Gefühl geben, mit dieser Krankheit nicht allein zu sein.
Sport vertreibt Angst und Depressionen
An vielen Orten gibt es spezielle Sportangebote für Frauen in der Nachsorge. Sportliche Aktivitäten unter geschulter Anleitung helfen häufig, die Nachwirkungen der Behandlung besser zu bewältigen, und das nicht nur in körperlicher Hinsicht. Studien haben gezeigt, dass sich sportliche Frauen entspannter und ausgeglichener fühlen. Auch Depressionen, Angst oder Müdigkeit sind bei Frauen, die Sport treiben, deutlich seltener. Einige Bewegungsarten sind natürlich besser als andere geeignet, diese positiven Auswirkungen zu leisten.
Es gibt kein allgemein gültiges Rezept
Die verschiedenen Angebote haben vielen Frauen bei der Bewältigung der Krankheit geholfen. Es können jedoch nur Anregungen sein. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, kein allgemein gültiges Rezept. Wichtig ist aber, sich selbst wichtig zu nehmen, den eigenen Weg mit dem eigenen Tempo zu gehen und sich nicht zu scheuen, Angebote zur Unterstützung auszuprobieren. Viele Frauen berichten auch über einen Gewinn durch die Krankheit: eine neue, bewusstere, vielleicht gar bessere Weltsicht. Sie berichten über einen sorgfältigeren Umgang mit sich selbst und ihrer Umwelt, sogar über einen Zuwachs an Selbstbewusstsein. Das geschieht sicher nicht von heute auf morgen, aber es müssen auch keineswegs leere Worthülsen bleiben.
Aktualisiert am: 25.03.11 - 11:56