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Magenkrebs - Ursache und Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung von Magenkrebs sind bisher nicht vollständig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, erhöhen. So spielen, neben einer gewissen erblichen Veranlagung, Ernährungsfaktoren eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus können eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sowie verschiedene Vorerkrankungen des Magens das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. Auch Rauchen hat einen Einfluss auf die Entstehung von Magenkrebs. 

Folgende Faktoren erhöhen das Magenkrebsrisiko:

Risikofaktor: Ernährung
Ernährungsgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs. Insbesondere der häufige Verzehr stark gesalzener Speisen und ein geringer Konsum von frischem Gemüse und Obst sind als Risikofaktoren belegt. Des Weiteren scheinen gepökelte, gegrillte und geräucherte Speisen das Auftreten von Magenkrebs zu fördern. Beim Räuchern und Grillen entstehen Krebs erregende Substanzen (Kanzerogene) durch unvollständige Verbrennung. Beim Pökeln von Fleischwaren werden Nitrat- und Nitritsalze verwendet, die beim Erwärmen oder im Magen Nitrosamine bilden. Nitrosamine sind ebenfalls sehr starke Kanzerogene. Auch Gifte, die von Schimmelpilzen gebildet werden (Aflatoxine), wirken Krebs erregend.

Der erwähnte Rückgang der Erkrankungszahlen in den vergangenen zwanzig Jahren ist wahrscheinlich besonders auf die veränderten Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen: Durch die allgemeine Verbreitung von Kühl- und Gefrierschränken und die verbesserte Versorgung mit frischem Obst und Gemüse sind Konservierungsmethoden wie das Salzen, Pökeln oder Räuchern in den Hintergrund getreten.

Risikofaktor: Infektionen
Als weiterer Risikofaktor gelten Entzündungen der Magenschleimhaut, die durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst werden. Eine Infektion mit diesem Erreger führt zu einer Risikoerhöhung für Magenkrebs.

Risikofaktor: Vorerkrankungen des Magens
Verschiedene Vorerkrankungen des Magens können mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs einhergehen. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko liegt zum Beispiel dann vor, wenn Sie an einer chronischen Magenschleimhautentzündung (chronisch-atrophische Gastritis) leiden. Diese kann unter anderem durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen werden.

Auch Patienten, die an Magenpolypen – also gutartigen Wucherungen der Magenschleimhaut – sowie an einer bestimmten Form der Blutarmut („perniziöse Anämie“ aufgrund von Vitamin-B12-Mangel) leiden, haben ein erhöhtes Risiko.

Aufmerksamkeit ist außerdem geboten, wenn trotz konsequenter medikamentöser Behandlung ein Magengeschwür nicht ausheilt und immer wiederkehrt.

Ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben auch Menschen, die sich lange Zeit zuvor einer Magenoperation unterziehen mussten, beispielsweise aufgrund eines Magengeschwürs.

Risikofaktor: Rauchen
Auch das Rauchen gilt als Risikofaktor für Magenkrebs. Die zum Teil Krebs erregenden Stoffe des Zigaretten- und Tabakrauchs lösen sich im Speichel und gelangen so in den Magen. Man schätzt, dass Raucher ein etwa 3-fach erhöhtes Risiko haben, an Magenkrebs zu erkranken.

Risikofaktor: genetische Veranlagung
Es gibt Familien, in denen gehäuft Magenkrebs auftritt. Nach Schätzungen der Wissenschaftler ist das persönliche Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, etwa 3,7 mal größer, wenn ein Familienmitglied ersten Grades – d.h. Eltern, Kinder, Geschwister – bereits an einem Magenkarzinom erkrankt ist.


(red)


Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Magen- und AEG-Karzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 148-154
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte

Aktualisiert am: 24.10.2014 17:22