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Therapie akuter Leukämien

Chemotherapie

Akute Leukämien (AML und ALL) erfordern eine sofortige und sehr intensive chemotherapeutische Behandlung, die genau geplant werden muss. Um die größtmögliche Wirkung gegen die Leukämiezellen zu erzielen, werden Kombinationen verschiedenartig wirkender Zytostatika eingesetzt. Ziel ist es, den größten Teil der Leukämiezellen zu zerstören und damit ein Verschwinden der Krankheitssymptome zu erreichen (Remission). Kann die Leukämie vollständig zurückgedrängt werden, spricht man von einer Vollremission; in Blut und Knochenmark sind dann keine Leukämiezellen mehr nachweisbar. Gelingt dies nur zum Teil, spricht man von einer Teilremission.

Die Chemotherapie im ersten Behandlungsabschnitt ist sehr intensiv. Sie besteht aus mehreren Therapiezyklen, die sich jeweils über mehrere Wochen erstrecken. Wie häufig der Patient sich im Krankenhaus zur Therapie einfinden muss und wie lange die einzelnen Behandlungsphasen dauern, hängt von dem persönlichen Behandlungsplan und dem Erfolg der Behandlung ab.

Bei akuten lymphatischen Leukämien (ALL) schließt sich an die stationär durchgeführte intensive Behandlungsphase meist eine ambulante Behandlungsphase (Erhaltungstherapie) an. Sie ist von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen begleitet und dauert etwa 1 ½ Jahre. Da die Leukämiezellen bei der ALL häufig das Gehirn befallen, werden – ergänzend zur üblichen chemotherapeutischen Behandlung – Zytostatika direkt in das Nervenwasser gespritzt, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Zusätzlich ist häufig eine Bestrahlung des Schädels erforderlich.

Die Gesamtdauer der Behandlung beträgt bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) etwa ein Jahr, bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) – aufgrund der Notwendigkeit einer Erhaltungstherapie – 2 ½ Jahre. Während der Erhaltungstherapie fühlen sich die Patienten in der Regel wohl und können weitgehend dem gewohnten Berufs- und Alltagsleben nachgehen. Wenn der Patient insgesamt fünf Jahre ohne Rückfall (Rezidiv) bleibt, gilt er als geheilt.

Strahlenbehandlung

Häufig erfolgt bei der akuten lymphatischen Leukämie zusätzlich zur Chemotherapie eine Strahlenbehandlung, um eventuell vorhandene Leukämiezellen an den Hirnhäuten zu vernichten (Bestrahlung des Kopfes) oder um bösartig veränderte Lymphknoten (z.B. im Brustbereich) zu behandeln.

Was geschieht bei einem Rückfall?

Kommt es im weiteren Verlauf zu einem Krankheitsrückfall (Rezidiv), so wird versucht, mit einer weiteren, sehr intensiven Chemotherapie (Hochdosischemotherapie) und eventuell einer Ganzkörperbestrahlung das Knochenmark als Ursprungsstätte der Erkrankung komplett zu zerstören – in der Hoffnung, damit auch die Leukämiezellen zu vernichten. Anschließend werden dem Patienten zur Wiederherstellung der Blutbildung gesunde Blutstammzellen von einem Spender übertragen (Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation).


Quellen:
Michl Marlies: Basics Hämatologie, Urban und Fischer Verlag 2010

Weitere Basisinformationen zu Leukämie:

Aktualisiert am: 21.11.2014 17:23