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Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom - Erkrankungsverlauf

Die meisten Tumoren des Eierstockkrebses wachsen zunächst im kleinen Becken. Wenn sie über das eigene Organ hinauswachsen, können sie in die Eileiter, in die Gebärmutter sowie in die Blase und den Darm wachsen. Der Krebs kann sich im ganzen Bauchraum ausbreiten und überall kleine Tumorabsiedlungen (Peritonealkarzinose) setzen. Dabei wächst er auch in das Bauchnetz. Es entsteht häufig sehr viel Flüssigkeit (Aszites).

Eine weitere Ausbreitung nimmt der Eierstockkrebs über die Lymphbahnen, wobei er Tochtergeschwülste in den Lymphknoten setzt. Befallen sind oft die Beckenlymphknoten (pelvine Lymphknoten) und die Lymphknoten um die Hauptschlagader (Aorta), aber auch andere Lymphknoten können befallen sein.

Beim Eierstockkrebs können auch Tumorabsiedlungen (Metastasen) in der Lunge und in der Leber auftreten. Dies ist aber eher selten der Fall.

Entwicklungsstufen beim Eierstockkrebs
Die Ausbreitung des Tumors im Körper ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der für die Patientin am besten geeigneten Behandlungsmethode. Um den Tumor genauer zu charakterisieren, wird er daher - je nach Ausdehnung - in verschiedene Stadien (Ausbreitungsstufen) unterteilt. Die Einteilung erfolgt nach bestimmten Normen, für die hauptsächlich drei Gesichtspunkte maßgebend sind:

  • die Größe des Tumors (T)
  • die Beteiligung der Lymphknoten (N)
  • das Vorhandensein von Metastasen (M)

Man verwendet deshalb auch den Begriff TNM-Klassifikation. Ziffern hinter den Buchstaben geben genauere Hinweise auf Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-3) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M0 und M1). T1 N0 M0 würde in diesem Fall also bedeuten, dass es sich um einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen handelt.

Eine exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist erst nach der operativen Entfernung des Tumors möglich.

Neben dem TNM-System existiert für Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane eine weitere Stadieneinteilung, die so genannte FIGO-Klassifikation. Auch sie berücksichtigt die örtliche Tumorausbreitung, den Befall benachbarter Organe und Lymphknoten sowie Metastasen in entfernten Organen. Bei der FIGO Klassifikation werden 4 Stadien unterschieden:

  • Stadium FIGO I: der Tumor befällt ein oder beide Eierstöcke)
  • Stadium FIGO II: der Tumor breitet sich im Becken aus
  • Stadium FIGO III: der Tumor breitet sich in der Bauchhöhle aus oder befällt Lymphknoten
  • Stadium FIGO IV: der Tumor hat die Bauchhöhle (Peritonealhöhle) verlassen

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Behandlungsplanung ist die Beschaffenheit des Krebsgewebes (Grading). Diese wird durch die mikroskopische Untersuchung des bei der Biopsie entnommenen Gewebes bestimmt und gibt Hinweise auf die Bösartigkeit der Tumorzellen.

Die Bestimmung der Tumorausbreitung und das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung helfen dem Arzt bei der Planung der Behandlungsschritte.

 

(red)

Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Version 1.0 - Juni 2013. Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Krebshilfe e.V, Zuckschwerdt Verlag GmbH

Fachliche Beratung: 
Prof. Schmalfeldt Universitätsfrauenklinik München
Prof. Sehouli Universitätsfrauenklinik Berlin
Dr. Thiel, MBA Universitätsfrauenklinik Erlangen

Aktualisiert am: 25.11.2014 22:43