Die Chemotherapie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken besonders gut gegen Zellen, die sich schnell vermehren.
Aus diesem Grund ist eine Chemotherapie bei hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen, die schnell wachsen, oftmals gut wirksam. Sie kann durch eine Strahlentherapie ergänzt werden, um den Therapieerfolg zu erhöhen.
Bei den langsamer wachsenden niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen kommt die Chemotherapie in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn die Krankheit plötzlich deutlich fortschreitet oder wenn krankheitsbedingte Beschwerden auftreten. Je nach Art des Lymphoms und den individuellen Gegebenheiten kann die Chemotherapie durch eine Behandlung mit Kortison, Interferonen oder Antikörpern ergänzt oder phasenweise ersetzt werden.
Art und Umfang der Chemotherapie hängen im Wesentlichen von der Art und dem Ausmaß der Erkrankung ab. Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome erfordern meist eine intensive Chemotherapie, welche die Heilung der Erkrankung zum Ziel hat. Um die größtmögliche Wirkung gegen die Tumorzellen zu erzielen, werden Kombinationen verschiedenartig wirkender Zytostatika eingesetzt. Die Therapie erfolgt in mehreren Behandlungszyklen von jeweils zwei bis vier Wochen Dauer. Die Gesamtdauer der Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Sie kann von wenigen Wochen bis mehr als ein Jahr betragen.
Niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphome müssen in der Regel auf Dauer mit zellwachstumshemmenden Medikamenten behandelt werden. Oft werden die Medikamente als Tabletten verabreicht. Die chemotherapeutische Behandlung kann, wenn die Krankheitssymptome zurückgehen, phasenweise abgesetzt und/oder durch den Einsatz weiterer Therapiemethoden ergänzt oder ersetzt werden. Eine vollständige Heilung mit Beseitigung sämtlicher Lymphomzellen ist durch diese Behandlung bisher nicht möglich. Allerdings können der Krankheitsverlauf verzögert und die Symptome der Erkrankung gemildert werden.
Nebenwirkungen der ChemotherapieChemotherapie schädigt auch gesundes Gewebe. Besonders betroffen sind Gewebe, die sich schnell vermehren, wie die Schleimhäute von Magen und Darm, das blutbildende System im Knochenmark und die Haarwurzeln. Häufigste Nebenwirkungen der Chemotherapie sind Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarausfall, Blutarmut und erhöhte Infektanfälligkeit. Die Nebenwirkungen lassen sich zum Teil durch Begleitmaßnahmen oder Medikamente (
Supportivtherapie) lindern oder sogar verhindern. Nach Beendigung der Therapie verschwinden sie in der Regel wieder.
Durch die Chemotherapie wird auch die Funktion der Eierstöcke bei Frauen und der Hoden bei Männern beeinträchtigt. Das Ausmaß der Schädigung und die Dauer der Erholung hängen von der Gesamtdosis der verabreichten Wirkstoffe sowie vom Alter und der allgemeinen körperlichen Verfassung des Patienten ab.
(red)