Nachricht des Tages
10.03.2010 - Erhöhtes Krebsrisiko bei Diabetes mellitus
|
| Zuckerkrankheit steigert das Risiko für Dickdarm-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs |
 |
|
 |
Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Dickdarm-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das zeigt eine zusammenfassende Auswertung mehrerer klinischer Studien, die von Wissenschaftlern im International Journal of Clinical Practice veröffentlicht wurde. Diese Untersuchung ergab auch, dass einige Diabetesmedikamente das erhöhte Krebsrisiko beeinflussen können.
Bei Diabetes mellitus, der so genannten Zuckerkrankheit, produziert der Körper nicht mehr genügend Insulin oder reagiert nicht mehr ausreichend auf die Wirkung des Hormons, so dass die Regulierung des Blutzuckers verloren geht. Mithilfe blutzuckersenkender Medikamente, z.B. Metformin, oder dem Spritzen von Insulin kann die Krankheit heute im Allgemeinen gut beherrscht werden. Dennoch, so zeigt die aktuelle Auswertung, besteht infolge des Diabetes ein erhöhtes Risiko für einige Krebsarten. Bei Frauen erhöht sich das Risiko für Brustkrebs um 20 Prozent (ermittelt über 20 Studien), bei Männern und Frauen nimmt es für Dickdarmkrebs um 30 Prozent zu (15 Studien mit mehr als 2,5 Millionen Patienten) und für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 82 Prozent (36 Studien mit mehr als 9.000 Patienten). Besonders stark scheint die Risikosteigerung für Bauchspeicheldrüsenkrebs in der ersten Zeit nach der Neuerkrankung an Diabetes.
Es sei nicht auszuschließen, dass Diabetes ursächlich an der Entstehung der Krebserkrankungen beteiligt sei. Andererseits trete Diabetes oftmals im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und Faktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel auf, die ihrerseits Krebs begünstigen.
Die Behandlung des Diabetes mit Metformin, einem blutzuckersenkenden Medikament in Tablettenform, das bei Diabetes vom Typ 2 (früher Altersdiabetes genannt) eingesetzt werden kann, ging mit einer Senkung des Krebsrisikos einher. Weitere Untersuchungen müssten nach Ansicht der Studienautoren durchgeführt werden, um die Möglichkeit eines Einsatzes von Metformin zur Behandlung von Diabetes und dem gleichzeitigen Vorbeugen von Krebs auszuloten. Zudem müsse der Einfluss einer Insulintherapie auf das Krebsrisiko eingehender untersucht werden.
Quellen: Pollak, M. & Russell-Jones, D.: Insulin analogues and cancer risk: cause for concern or cause célèbre? International Journal of Clinical Practice, Onlinevorabveröffentlichung am 26. Februar 2010, doi:10.1111/j.1742-1241.2010.02354.x Pressemitteilung Wiley-Blackwell vom 2. März 2010
(ks)
|
 |
|
|