Nachricht
26.10.2012 - Zu viel Masse ist ungesund
|
| Wie Diabetes, Fettsucht und Krebs zusammenhängen |
 |
|
 |
Viel Speck am Bauch anzusammeln ist ebenso ungesund wie den Körper auf Dauer mit großen Zuckermengen zu überlasten: Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sowohl Fettleibigkeit (Adipositas) als auch Typ 2-Diabetes, die Zuckerkrankheit, das Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen steigern. Mögliche Ursachen für diesen Zusammenhang gibt es viele: Anhaltend hohe Insulinspiegel im Blut, Sexualhormone, chronische Entzündungen, oxidativer Stress für die Zellen und von den Fettzellen freigesetzte Botenstoffe, sogenannte Adipokine, kommen nach Ansicht der Experten in Betracht (Fachzeitschrift Der Diabetologe).
Fettleibige Menschen und Typ 2-Diabetiker erkranken im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger an Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leberkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterkörperkrebs. Gleichzeitig nehmen Übergewicht, Fettleibigkeit und Typ 2-Diabetes weltweit immer mehr zu. Allein in Deutschland gab es im Jahr 2011 in puncto Typ 2-Diabetes einen Anstieg von zehn Prozent. Bis 2030 wird der Anteil der Übergewichtigen an der Weltbevölkerung auf vermutlich 38 Prozent steigen, der Anteil der Fettleibigen auf 20 Prozent. Hierzulande sind bereits jetzt 35 Prozent der Deutschen übergewichtig, weitere 25 Prozent fettleibig. Oft treten Typ 2-Diabetes und Übergewicht bzw. Fettleibigkeit gemeinsam mit weiteren Problemen wie Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten als sogenanntes metabolisches Syndrom auf.
Weshalb das Krebsrisiko durch Fettleibigkeit und Typ 2-Diabetes steigt, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Vor allem dauerhaft erhöhtes Insulin und eine vermehrte Ausschüttung sogenannter Adipokine aus den Fettzellen stehen als Auslöser im Verdacht. So wirkt Insulin innerhalb eines komplexen Systems auf Wachstumsfaktoren und Eiweiße und setzt zahlreiche Signalübertragungsketten in Gang. Hierdurch kann es vermutlich zur Umbildung gesunder Zellen in krankhafte Krebszellen kommen.
Doch nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist erhöht – auch die Sterblichkeit im Falle einer Krebskrankheit nimmt offenbar zu. Experten empfehlen deshalb, auch bei bereits an Krebs Erkrankten den Blutzucker optimal einzustellen und eine Reduktion des Körpergewichts zu versuchen. Dies könne den Verlauf einer Krebskrankheit womöglich positiv beeinflussen.
Quelle: Heer, J. de: Adipositas, metabolisches Syndrom und Krebsentstehung. Epidemiologie und mögliche Ursachen. Der Diabetologe 2012, 8(6):455-462
Ausführliche Informationen zum Zusammenhang von Ernährung und Krebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(kvk)
|
 |
| zurück |
 |
|
|