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17.10.2012 - Die Hitze gegen Krebs standardisieren
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| Experten entwickelten eine neue Leitlinie für die Tiefenhyperthermie bei Krebs |
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Krebszellen sind gegen viele Einwirkungen von außen gewappnet, gegen eines jedoch nicht: Hitze. Mithilfe der sogenannten Tiefenhyperthermie, bei der Wärme von 42 bis 43 °C angewandt wird, können Krebsgeschwüre regelrecht verkocht werden. Schon lange wird die Hitzetherapie in Kombination mit Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt, etwa bei Kopf-Halstumoren, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Blasenkrebs, Enddarmkrebs oder einem Rückfall von Brustkrebs. Jetzt stellte die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) eine neue Leitlinie zur Hyperthermie vor, die von Experten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden erstellt wurde. Sie soll dazu beitragen, dass künftig ein einheitlicher Standard bei der Durchführung des Verfahrens eingehalten wird, sodass allen Patienten die optimale Behandlung zukommt (Pressemeldung der DEGRO).
Bei der Tiefenhyperthermie wird über spezielle Applikatoren, die elektromagnetische Wellen leiten, Wärme direkt im Tumorgewebe erzeugt. Eine Behandlung dauert nach einer etwa 20- bis 30-minütigen Aufwärmphase 60 Minuten. Infolge der Hitzeeinwirkung sterben die Krebszellen ab. Gleichzeitig werden sogenannte Hitzeschockeiweiße freigesetzt, wodurch das Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt und die körpereigene Krebsabwehr aktiviert wird.
Allein kann die Tiefenhyperthermie den Krebs nicht besiegen. In Kombination mit einer Strahlen- oder Chemotherapie indes, so wird von vielen Experten mittlerweile vermutet, leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Krankheit. So ließen sich nach Ansicht von Professor Dr. med. Rolf Sauer aus Erlangen, einem der Autoren der Leitlinie, durch die Kombination der Behandlungsverfahren viele Tumoren verkleinern und die Überlebenszeit der Patienten verlängern. Die jetzt veröffentlichten Leitlinien seien auch eine gute Grundlage für klinische Studien, in denen die Wirksamkeit der Hyperthermie bei verschiedenen Krebsarten weiter erforscht werden könne.
Quelle: Pressemeldung DEGRO Oktober 2012
Bruggmoser, G. et al.: Leitlinie für die klinische Applikation, die Dokumentation und die Analyse klinischer Studien bei der regionalen Tiefenhyperthermie. Qualitätsmanagement bei der regionalen Tiefenhyperthermie. Strahlentherapie und Onkologie 2012, 188, Supplement 2:198-211
(kvk)
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