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04.10.2012 - Darmkrebs in der Familie: Früher darauf achten?

Eine Untersuchung lässt offen, ob Personen, in deren Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist, von früheren und häufigeren Früherkennungsuntersuchungen profitieren könnten
Darmkrebs ist in Deutschland eine häufige Erkrankung. Kam sie in einer Familie bereits vor, steigt das Risiko aller Verwandten ersten Grades, ebenfalls daran zu erkranken. Doch nur in manchen dieser Fälle liegt eine bestimmte Konstellation der Erbanlagen vor, die zu einer erblich bedingten („hereditären“) erhöhten Erkrankungsneigung führt, wie etwa beim Lynch-Syndrom. Ob Personen, in deren Familie Darmkrebs aufgetreten ist, ohne dass eine solche hereditäre Erkrankungsform nachgewiesen wird, ebenfalls davon profitieren würden, wenn sie früher und häufiger als andere Menschen regelmäßige Untersuchungen auf Darmkrebs durchführen ließen, kann nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht beurteilt werden. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Die derzeitigen Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, umfassen ab einem Alter von 50 Jahren einen jährlichen Test auf Blut im Stuhl sowie ab dem 55. Lebensjahr entweder zwei Darmspiegelungen (Koloskopie) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder Stuhltests alle zwei Jahre. Geprüft wird nun, ob diese Untersuchungen bei Personen, in deren Familie Darmkrebs auftrat, bereits früher und auch häufiger stattfinden sollten. Hereditäre Formen von Darmkrebs wurden in der Untersuchung des IQWiG bewusst nicht berücksichtigt.

Es zeigte sich, dass Personen unter 55 Jahren, in deren Familie mindestens ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt ist, im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne entsprechende Familiengeschichte selbst ein 1,7- bis 4,1-fach erhöhtes Risiko für die Krankheit haben. Ob es für diesen Personenkrebs jedoch von Vorteil sein könnte, bereits in jüngeren Jahren und häufiger eine Darmkrebsuntersuchung durchführen zu lassen, ließe sich, so der Vorbericht des IQWiG zur Untersuchung, derzeit nicht beurteilen. Aussagekräftige Studien dazu fehlten. Zudem sei es nicht gewährleistet, dass mit den im Moment zur Verfügung stehenden Diagnosemethoden Betroffene überhaupt sicher identifiziert werden könnten. So sei es beispielsweise nicht auszuschließen, dass Personen aufgrund falscher Befragungsergebnisse fehlerhaft einer Risikogruppe zugeordnet würden, was unnötige psychische Belastungen mit sich brächte.


Quelle:
Vorbericht des IQWiG zur Darmkrebs-Früherkennung bei familiärem Risiko vom 19. September 2012

Ausführliche Informationen zu Darmkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)
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