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01.10.2012 - Brustkrebs-Screening: Leben gegen Überdiagnose?

Die Chance, durch regelmäßiges Mammographie-Screening Leben zu retten, sei größer als die Gefahr von Überdiagnosen, so der Schluss einer zusammenfassenden europaweiten Studie
Viel wird über den Nutzen und die Nachteile von Screeninguntersuchungen zur Früherkennung von Krebs diskutiert: Die Belastungen durch manche der Untersuchungen selbst stehen dabei im Fokus, aber auch die Gefahr falsch positiver Ergebnisse, die die Betroffenen unnötig beunruhigen und zu überflüssigen Eingriffen führen. Für das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs stellte eine europäische Arbeitsgruppe nach einer zusammenfassenden Analyse zahlreicher Studien jetzt fest, dass die Überlebensvorteile, die damit verbunden sind, die Nachteile durch falsch positive Ergebnisse offenbar überwiegen. Sie veröffentlichten die Daten ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift Journal of Medical Screening.

Demnach könne durch die Mammographie-Früherkennung die Sterblichkeit an der Erkrankung (je nach Art der Studie) um ein Viertel bis ein Drittel sinken – bei Frauen, die derzeit am Mammographie-Screening teilnehmen, sogar um 38 bis 48 Prozent. Die Gefahr, dass beim Screening Brustkrebs diagnostiziert würde, der ohne das Screening nicht festgestellt worden wäre, an dem die Frauen also auch ohne Behandlung nicht gestorben wären, betrüge ca. sechs bis sieben Prozent.

Die Forscher kamen zu folgenden Rechenergebnissen: Von 1.000 Frauen, die im Alter von 50/51 bis 68/69 Jahren erstmals und anschließend bis zum 79. Lebensjahr regelmäßig mit Mammographie untersucht würden, könnten sieben bis neun durch die Untersuchung ihr Leben retten, vier erhielten eine Überdiagnose, also eine Krebsdiagnose, die ohne Screening niemals zutage getreten wäre und an der sie auch ohne Behandlung nicht sterben würden. 170 Frauen würden mindestens einmal nach einer Mammographie eine Benachrichtigung mit Empfehlung zu einer weiterführenden Untersuchung erhalten, bei der sich ein harmloser Befund herausstellte. Und weitere 30 Frauen erhielten eine Benachrichtigung mit Empfehlung zur Operation, bei der dann ebenfalls festgestellt würde, dass kein Brustkrebs vorliegt.

Die Chance, durch regelmäßiges Mammographie-Screening Leben zu retten, sei somit offenbar größer als die damit verbundene Gefahr für Überdiagnosen, so das Fazit der Studienautoren.


Quelle:
EUROSCREEN Working Group: Summary of the evidence of breast cancer service screening outcomes in Europe and first estimate of the benefit and harm balance sheet. Journal of Medical Screening 2012, 19(Suppl1):5-13

Ausführliche Informationen zu Brustkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)
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