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22.08.2012 - Entzündungen der Mundschleimhaut

Ein häufiges Problem bei der Therapie von Kopf-Halstumoren
Essen kann ein Genuss sein, aber auch Quälerei: Gerade in der Therapiezeit fällt es vielen Krebspatienten schwer, zu essen – sei es, weil sie keinen Appetit haben, sei es, weil ihnen die Therapie Übelkeit und Brechreiz verursacht oder sie an Bauchschmerzen leiden. Bei Patienten, die an einem bösartigen Tumor im Kopf-Halsbereich erkrankt sind, kommt ein besonderes Problem hinzu: Schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut, die das Kauen und Schlucken extrem erschweren. Einem Bericht in der Fachzeitschrift HNO-Nachrichten zufolge sind mindestens acht von zehn Patienten, die wegen eines Tumors im Kopf-Halsbereich eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten, davon betroffen.

Ursache ist die hohe Teilungs- und Vermehrungsrate der Schleimhautzellen im Mundbereich. Sowohl Chemo- als auch Strahlentherapie zielen vor allem auf Zellen ab, die sich schnell vermehren. Krebszellen erfüllen dieses Kriterium in der Regel, aber eben auch gesunde Zellen wie etwa die Schleimhautzellen im Mund. Weil die Zellteilungsrate bei jüngeren Menschen noch höher ist als bei älteren, sind Jüngere offenbar noch häufiger von Entzündungen infolge der Therapie betroffen.

Die entzündeten Stellen im Mundbereich sind oft äußerst schmerzhaft. Vielen Patienten fällt das Essen dadurch schwer. Manche verlieren im Laufe der Therapie mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichts, was den Ausgang der Erkrankung ungünstig beeinflussen kann. Ein paar Maßnahmen können helfen, Schleimhautentzündungen wirksam vorzubeugen oder sie zu lindern. Hierzu zählen beispielsweise regelmäßige Mundspülungen mit Salzlösung oder Benzydamin, das Verwenden weicher Zahnbürsten, Kältetherapie (Kryotherapie) bei bestimmten Chemotherapeutika oder auch die Anwendung von lokal wirksamen Schmerzmitteln. Patienten sollten sich am besten bereits vor Beginn der Krebstherapie mit ihren behandelnden Ärzten über die Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Schleimhautentzündungen beraten.
 
 
Quelle:
Bublak, R.: Ernährung in der Onkologie. Mit Messer und Gabel gegen Krebs. HNO-Nachrichten 2012, 42(4):8-11


Mehr Informationen zu Kopf-Halstumoren finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.


(kvk)
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