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17.08.2012 - Wenn der Tumor Gewicht raubt

Starker ungewollter Gewichtsverlust ist eine der häufigsten schwerwiegenden Komplikationen einer Krebserkrankung
Nach der Blutvergiftung (Sepsis) sind Abmagerung und Auszehrung der zweithäufigste Grund dafür, weshalb Krebspatienten an ihrem Tumor sterben. Was Krebskranke trinken und essen sollten, ist deshalb nicht etwa nur Beiwerk, sondern zentraler Bestandteil des therapeutischen Konzepts. Darauf verweist ein wissenschaftlicher Artikel in der Fachzeitschrift HNO-Nachrichten.

Bösartige Tumoren verursachen chronische Entzündungen und regen den Stoffwechsel übermäßig an. Der Abbau von Fetten und Eiweißen wird gesteigert, ihr Neuaufbau hingegen verlangsamt sich. Es kommt zu einem katabolen Zustand, bei dem mehr Muskel- und Fettmasse abgebaut werden als gleichzeitig neugebildet werden können. Hinzu kommen Schwierigkeiten, überhaupt Essen zu sich nehmen zu können - infolge des Tumorleidens selbst oder der Therapien, wie etwa schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut, Übelkeit und Erbrechen oder Bauchschmerzen.

Dies alles bedingt einen Verlust an Körpergewicht, ohne dass die Patienten es darauf anlegen und hungern würden. Für die Diagnose Kachexie existieren seit dem vergangenen Jahr eindeutige Kriterien:

• Ungewollter Gewichtsverlust in den letzten sechs Monaten von mehr als fünf Prozent oder
• Body Mass Index (BMI) unter 20 und ungewollter Gewichtsverlust in den letzten sechs Monaten von mehr als zwei Prozent oder
• starker Abbau der Muskulatur von Armen, Beinen, Schulter- und Beckengürtel (Muskelindex Männer < 7,26 kg/m2, Frauen < 5,45 kg/m2) und ungewollter Gewichtsverlust in den letzten sechs Monaten von mehr als zwei Prozent.

Der Energiebedarf bei Krebspatienten, so der Artikel, liege bei 25-35 kcal/kg, wobei knapp ein Drittel der gesamten Energiemenge aus Fetten stammen sollte. Zudem sollten Vitamine und Spurenelemente in ausreichender Menge zugeführt werden. Unterstützung erhalten Krebspatienten von speziell geschulten Ernährungsberatern. Diese geben Tipps, wie die Ernährung verträglich sein und gleichzeitig angereichert werden kann oder welche Trink- und Zusatznahrung möglich ist.


Quelle:
Bublak, R.: Ernährung in der Onkologie. Mit Messer und Gabel gegen Krebs. HNO-Nachrichten 2012, 42(4):8-11


Tipps und allgemeine Informationen zum Thema Ernährung bei Krebs finden Sie auch hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)
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