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16.08.2012 - Warum Männer häufiger an Leberkrebs erkranken als Frauen

Die Hormone sind vermutlich schuld
Das starke Geschlecht erkrankt häufiger an Leberkrebs, das ist hinlänglich bekannt. Doch wer bislang glaubte, dies läge an falschen Ernährungsgewohnheiten oder einem größeren Alkoholkonsum von Männern, der irrte: Es sind vermutlich die Hormone, die eine gewichtige Rolle spielen – so jedenfalls ein Artikel in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology.

Wie die Wissenschaftler berichteten, schützen Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, vor Leberzellkrebs, während Androgene wie Testosteron, also die männlichen Geschlechtshormone, ihn eher fördern. Die Frage, weshalb das so ist, können die Forscher bislang jedoch noch nicht beantworten. Sie vermuten, dass die Östrogene schützen, weil sie in die Produktion von Interleukin-6, einem Botenstoff des Immunsystems, involviert sind und bestimmte Genaktivitäten fördern, die der Entstehung von Leberzellkrebs vorbeugen. Die genauen Vorgänge dabei sind allerdings noch unklar.

Weitere Forschungsbemühungen sind also notwendig, um dem Geheimnis des Unterschiedes zwischen den Geschlechtern bei Leberzellkrebs auf die Spur zu kommen. Gelänge es, die Mechanismen der Hormonwirkung aufzuklären, könnten nach Ansicht der Studienautoren vermutlich entsprechend wirksame Medikamente gegen den Krebs entwickelt werden.


Quelle:
Keng, V. W. et al.: Why men are at higher risk for hepatocellular carcinoma? Journal of Hepatology 2012, 57(2):453-454

Ausführliche Informationen zu Leberzellkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)
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