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16.07.2012 - Hormone „implantieren“
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| Im fortgeschrittenen Stadium von Prostatakrebs können Patienten ein Hormonimplantat mit Histrelin bekommen, das ein ganzes Jahr lang wirksam ist. Die Therapie ist offenbar effizient und gut verträglich. |
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Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs, der bereits in andere Organe gestreut hat, kann in vielen Fällen das Wachstum des Tumors durch eine Hormontherapie verlangsamt werden. Dies gelingt dann, wenn die Krebszellen empfindlich für das wachstumssteigernde männliche Geschlechtshormon Testosteron sind. Wird Testosteron durch entsprechende Medikamente daran gehindert, seine Wirkung zu entfalten, bleibt ein weiteres Tumorwachstum zumindest vorübergehend aus. Seit einiger Zeit kann ein solches Medikament, der sogenannte GnRH-Agonist Histrelin, am Oberarm unter die Haut eingesetzt werden. Es wirkt dann ein ganzes Jahr, bevor es durch ein neues Implantat ersetzt werden muss (Aktuelle Urologie).
GnRH-Agonisten sind dem sogenannten Gonadotropin-Releasing Hormons (GnRH) ähnlich. Sie heften sich an dessen Bindungsstellen in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse. GnRH, das normalerweise für die Bildung von Testosteron in den Hoden verantwortlich ist, kann in der Folge nicht mehr wirken. Der Testosteronspiegel im Blut geht zurück und die wachstumsfördernden Signale von Testosteron an die Krebszellen bleiben aus.
Allerdings kommt es unter der Therapie mit GnRH-Agonisten nicht selten zum schubweisen Ausstoß von Testosteron, sodass immer wieder Spitzen in den Spiegeln auftreten können. Dieses Problem tritt bei einer Behandlung mit dem Histrelin-Implantat nicht auf. Das Implantat wird an der Innenseite des Oberarms eingesetzt und verbleibt dort zwölf Monate. In dieser Zeit wird Histrelin in kontinuierlichen Mengen aus dem Implantat freigesetzt. Der Testosteronspiegel, so zeigen es Untersuchungen, sinkt dauerhaft auf ein niedriges Niveau. Nach einem Jahr ist der Wirkstoff im Implantat verbraucht, ein neues kann eingesetzt werden.
Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit des Histrelin-Implantats wurden in einer Studie über vier Jahre nachgewiesen. Häufigste Nebenwirkungen waren Hitzewallungen, wie sie bei Hormonentzug oft vorkommen.
Quelle: Blickpunkt Medizin zur Zeitschrift Aktuelle Urologie, 42. Jahrgang, 6, November 2011
Ausführliche Informationen zu Prostatakrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(kvk)
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