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04.08.2010 - Essgewohnheiten und das Risiko für Speiseröhrenkrebs

In einer Studie war schnelles Essen ebenso wenig Risikofaktor wie spätes Essen am Abend oder heiße Getränke
Hastige Esser können aufatmen: Die weit verbreitete Meinung, schnelles Hinunterschlingen der Nahrung könne Speiseröhrenkrebs verursachen, scheint nicht zutreffend zu sein. So steigern einer australischen Studie in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control zufolge Essgewohnheiten wie die Geschwindigkeit des Essens, die Zeit der Nahrungsaufnahme oder der Verzehr heißer oder scharfer Speisen das Risiko für Speiseröhrenkrebs nicht.

In der Untersuchung waren mehr als 800 Patienten mit Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre oder einem Adenokarzinom am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen sowie fast 1.500 nicht an Krebs erkrankte Kontrollpersonen zu ihren Essgewohnheiten befragt worden. Kein Einfluss auf das Krebsrisiko ergab sich für die Häufigkeit des Konsums heißer Getränke, gegrillter oder scharfer Speisen sowie die Uhrzeit, zu der Abend- oder Nachtspeisen eingenommen wurden. Auch die Essgeschwindigkeit erhöhte das Krebsrisiko nicht. Im Gegenteil stellten die Forscher bei schnellen Essern sogar ein verringertes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre fest. Ein erhöhtes Risiko für Adenokarzinome am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen zeigte sich bei Personen, die häufig Fastfood („take-away-food“) zu sich nahmen.

Weshalb in der Studie schnelles Essen mit einem geringeren Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden war, sei nach Angaben der Studienautoren unklar. Ebenso müsse der nachgewiesene Zusammenhang zwischen „take-away-food“ und dem erhöhten Risiko für Adenokarzinome am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen in weiteren Untersuchungen überprüft werden.


Quelle:
Ibiebele, T.I. et al.: Eating habits and risk of esophageal cancers: a population-based case–control study. Cancer Causes and Control, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Mai 2010, doi: 10.1007/s10552-010-9576-8

Ausführliche Informationen zu Speiseröhren- und Magenkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(ks)
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