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28.01.2010 - Genetische Unterschiede bei Hirntumoren: Konsequenzen für die Therapie

Wissenschaftler identifizieren verschiedene Untertypen des Glioblastoms, die unterschiedlich auf Therapien reagieren
Der häufigste bösartige vom Hirngewebe ausgehende Hirntumor im Erwachsenenalter ist das Glioblastom, in der medizinischen Fachsprache Glioblastoma multiforme genannt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine einzelne, für sich stehende Erkrankung, wie Wissenschaftler eines Forschungsnetzwerks aus den USA (The Cancer Genome Atlas Research Network, TCGA) jetzt in der Fachzeitschrift Cancer Cell ausführen. Stattdessen existieren vier Untertypen des Glioblastoms, die sich in ihrer genetischen Struktur unterscheiden und auch unterschiedlich auf Chemo- und Strahlentherapie reagieren.

Das Glioblastoma multiforme ist ein sehr schnell wachsender Tumor, weshalb die Prognose für viele Betroffene ungünstig ist. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich die Untertypen des Glioblastoms aus unterschiedlichen Zelltypen entwickeln. Dies würde die unterschiedliche genetische Struktur der Tumoren erklären. Die Forscher hoffen, durch die Aufdeckung der molekularen Struktur und der Herkunft der verschiedenen Tumortypen Angriffspunkte für neue, wirksamere Therapien zu finden. Gleichzeitig können sie anhand der Typisierung erkennen, bei welchen Untertypen die bislang zur Verfügung stehenden Therapien effektiv sind und bei welchen eher nicht. Dies hilft auch, unnötige Nebenwirkungen durch aggressive Behandlungen zu vermeiden.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind vom Hirngewebe ausgehende Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks deutlich seltener. Sie machen insgesamt nur etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Es wird geschätzt, dass in Deutschland pro Jahr rund 8.000 Menschen neu an einem Tumor des Gehirns oder des Rückenmarks erkranken.


Quellen:
Verhaak, R.G.W. et al.: Integrated Genomic Analysis Identifies Clinically Relevant Subtypes of Glioblastoma Characterized by Abnormalities in PDGFRA, IDH1, EGFR, and NF1. Cancer Cell 2010, 17(1):98-110
Pressemeldung NIH/National Human Genome Research Institute vom 19. Januar 2010


Ausführliche Informationen zu Hirntumoren finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft.

(ks)
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