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08.05.2012 - Wenn die Krankheit nicht mehr aufzuhalten ist

Stellt sich heraus, dass eine Krebserkrankung unheilbar ist, stehen oft schwierige Entscheidungen zum Umgang mit dem Lebensende an
Ein selbstbestimmtes Leben bis zum Schluss, das wünschen sich viele Krebspatienten, die trotz aller Bemühungen der Ärzte von ihrer Krankheit nicht mehr genesen können. Steht die Unheilbarkeit der Krankheit fest, sind wichtige und schwierige Fragen zu klären: Etwa wie lange eine Behandlung durchgeführt werden soll, ob lebensrettende Maßnahmen in bestimmten Krankheitsstadien gewünscht werden und in welcher Umgebung der Patient die letzten Lebenswochen verbringen möchte. In einer Studie gingen Forscher der Frage nach, ob die Patienten in der Praxis nach ihren Wünschen gefragt und so umfassend über Alternativen im Umgang mit dem Krankheitsgeschehen informiert werden, dass sie die wichtigen Entscheidungen auch tatsächlich selbst treffen können (Fachzeitschrift MMW-Fortschritte der Medizin).

In die Studie aus den USA wurden Patienten mit weit fortgeschrittenem Lungen- oder Darmkrebs einbezogen, denen die Ärzte eine Lebenserwartung von vier bis acht bzw. 12 bis 24 Monaten prognostizierten. Sie wurden im Verlauf der Erkrankung befragt, in welcher Form mit ihnen zu welchem Zeitpunkt über Wünsche hinsichtlich der Behandlung gesprochen worden war.

Drei Viertel der Selbstbefragten und 87 Prozent derjenigen, bei denen die Verwandten Auskunft geben mussten, weil sie selbst inzwischen verstorben waren, gaben an, von ihrem Arzt über ihre Wünsche bezüglich des Lebensendes befragt worden zu sein. In mehr als der Hälfte der Fälle hatte dieses Gespräch in der Klinik stattgefunden. Am häufigsten wurde darüber gesprochen, ob die Patienten die letzten Lebenstage im Hospiz verbringen wollten, ob sie lebensrettende Maßnahmen im Falle eines Herzstillstands wünschten und welche Behandlungen durchgeführt werden sollten, um ihre Beschwerden zu lindern.

In vielen Fällen fand das Gespräch nur wenige Wochen vor dem Tode statt, wenn, so die Vermutung von Experten in einem Kommentar zur Studie, bereits viele Therapieentscheidungen getroffen waren und schwere Komplikationen in Folge der Krankheit auftraten bzw. abzusehen waren. Dies sei jedoch ein später Zeitpunkt. Das Gespräch solle vielmehr gesucht werden, so lange die Patienten noch in weitgehend guter Verfassung seien, vorzugsweise, wenn sich herausstellt, dass die Krankheit nicht mehr heilbar und das baldige Lebensende unabwendbar sei.


Quelle:
MMW-Fortschritte der Medizin Nr. 4 / 2012 (154. Jg.), S. 36

„Leben mit Krebs“ hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)
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