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24.01.2012 - Darmkrebsvorsorge: In Bayern soll künftig dazu eingeladen werden

Der Freistaat plant eine Gesetzesänderung, die es erlaubt, die Versicherten künftig persönlich zum Darmkrebsscreening einzuladen
In Deutschland gibt es für die gesetzlich Versicherten zahlreiche kostenlose Angebote im Rahmen der Krebsvorsorge und -früherkennung. Doch längst nicht alle Anspruchsberechtigten machen davon Gebrauch. Die Überlegungen der Gesundheitsexperten richten sich u.a. darauf, durch welche Anstrengungen die Teilnahme am Krebsscreening verbessert werden könnte. Nun plant der Freistaat Bayern, diesbezüglich in die Offensive zu gehen: Durch eine Novellierung des Verbraucherschutzgesetzes sollen gesetzlich Versicherte künftig genauso zum Darmkrebsscreening eingeladen werden, wie das inzwischen beim Mammografie-Screening in ganz Deutschland üblich ist.

Kostenlose Screeninguntersuchungen werden hierzulande derzeit für Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, Prostatakrebs bei Männern sowie Darmkrebs und Hautkrebs bei beiden Geschlechtern angeboten. Doch nur zur Mammografie werden die anspruchsberechtigten Frauen persönlich alle zwei Jahre per Post eingeladen. Über die anderen Angebote müssen sich die Versicherten selbst informieren – beim Arzt, durch Ratgeber, Werbeplakate oder im Freundeskreis.

Dies zu ändern, ist offenbar das Ziel der Initiative, die Bayern jetzt ergriffen hat. Landesgesundheitsminister Marcel Huber hat nach Informationen der ÄrzteZeitung entsprechende Änderungsvorschläge im Gesundheits- und Verbraucherschutzgesetz vorgelegt. So hätte sich die Teilnahmebereitschaft an der Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs durch die Einführung der persönlichen Einladung auf rund 50 Prozent erhöht.

Das Darmkrebsscreening beginnt derzeit ab dem 50. Lebensjahr. Bis zum 55. Lebensjahr können die gesetzlich Versicherten jedes Jahr einen Test auf verdecktes Blut im Stuhl durchzuführen. Vom 55. Lebensjahr an besteht die Möglichkeit, eine kostenlose Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen zu lassen, bei der schon Vorstufen von Darmkrebs erkannt und unmittelbar entfernt werden können. Um den bestmöglichen Schutz vor Darmkrebs zu gewährleisten, sollte diese Untersuchung nach frühestens zehn Jahren wiederholt werden.


Quelle:
ÄrzteZeitung vom 17. Januar 2012

Ausführliche Informationen zu Darmkrebs und zur allgemeinen Krebsfrüherkennung finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(ks)
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