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05.01.2012 - Eierstockkrebs: Das Krebswachstum durch ungenügende Blutzufuhr aufhalten
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| Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs kann künftig zusätzlich zur Chemotherapie ein Antikörper eingesetzt werden, der die Krankheit vorübergehend aufhält |
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Bei der Behandlung von fortgeschrittenem Eierstockkrebs besteht ab sofort eine neue Option: Der Antikörper Bevacizumab wurde für eine Kombinationstherapie mit Chemotherapie aus Paclitaxel und Carboplatin für Eierstockkrebs in den Stadien III und IV zugelassen, in denen sich der Krebs bereits in Lymphknoten, die Bauchhöhle oder sogar darüber hinaus ausgebreitet hat. Die Zulassung erfolgte, nachdem zwei Studien nachgewiesen hatten, dass die Krankheit durch die zusätzliche Therapie vorübergehend aufgehalten werden kann (New England Journal of Medicine, ÄrzteZeitung).
In beiden Studien verlängerte sich durch den Einsatz von Bevacizumab zusätzlich zur Chemotherapie die Zeit bis zum weiteren Voranschreiten der Krankheit um mehrere Monate. Besonders stark profitierten Frauen, bei denen ein hohes Risiko für ein Fortschreiten des Tumorleidens bestand. Bei ihnen verlängerte sich durch die Kombination von Chemo- und Antikörpertherapie auch das Gesamtüberleben um einige Monate. Allerdings traten auch mehr Nebenwirkungen auf als bei einer alleinigen Chemotherapie. Vor allem Bluthochdruck kam bei den Patientinnen gehäuft vor.
Der Antikörper Bevacizumab ist bereits bei anderen Krebsarten, z.B. Darm- und Brustkrebs, zugelassen. Er blockiert den Wachstumsfaktor VEGF, der Blutgefäße in der Nähe des Tumors dazu anregt, Abzweigungen hin zum Krebsgewebe zu bilden. Dieser Prozess der Neubildung von Blutgefäßen wird als Angiogenese bezeichnet, weshalb Bevacizumab auch Angiogenesehemmer genannt wird. Durch seine Bindung an VEGF kann dieser keine Wachstumssignale mehr an die Blutgefäßzellen aussenden. Die Neubildung von Blutgefäßen zur Versorgung des Krebsgewebes unterbleibt, sodass zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe am Tumor ankommen. Dies bringt das Krebswachstum vorübergehend zum Stillstand.
Quellen: ÄrzteZeitung vom 3. Januar 2012 Perren, T. J. et al.: A Phase 3 Trial of Bevacizumab in Ovarian Cancer. New England Journal of Medicine 2011, 365:2484-2496 Burger, R. A. et al.: Incorporation of Bevacizumab in the Primary Treatment of Ovarian Cance. New England Journal of Medicine 2011, 365:2473-2483
Ausführliche Informationen zu Eierstockkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(ks)
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