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04.10.2011 - Was hilft bei wichtigen Entscheidungen?
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| Zehn Empfehlungen für Krebspatienten, die im Gespräch mit dem Arzt und bei wichtigen Entscheidungen für oder gegen eine Therapie helfen können |
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Die Diagnose Krebs ist ein schwerwiegender Einschnitt, der die Betroffenen vor große Herausforderungen stellt. Oft müssen sie sich für oder gegen bestimmte Therapien entscheiden und sind dabei schnell überfordert, wenn sie nicht genügend Informationen erhalten. Eine gute Kommunikation mit den behandelnden Ärzten ist an dieser Stelle besonders wichtig. Experten veröffentlichten deshalb in einem Kommentar im Journal of the National Cancer Institute zehn Empfehlungen für Ärzte und Patienten, die helfen können, wichtige Entscheidungen für oder gegen eine Therapie zu treffen:
1. Bestehen Sie als Patient auf einer einfachen und verständlichen Sprache. Fragen Sie bei ihrem Arzt nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
2. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau erklären, was statistische Zahlen zu bedeuten haben. Fragen Sie dabei immer nach dem absoluten Risiko. So helfen beispielsweise Angaben wie „Diese Therapie halbiert Ihr Risiko“ nur bedingt, wenn Sie nicht wissen, wie hoch das absolute Risiko ist. Dabei macht es einen Unterschied, ob ein Risiko von 20 auf 10 Prozent oder von 4 auf 2 Prozent sinkt.
3. Visualisieren Sie sich das Risiko, um es anschaulicher zu machen. Malen Sie sich 100 Quadrate auf und markieren Sie für jeden Prozentpunkt ein Quadrat farbig, z.B. zehn Quadrate für zehn Prozent.
4. Lassen Sie sich Prozente in Frequenzen „übersetzen“. Was bedeutet es, wenn 60 Prozent der Behandelten eine bestimmte Nebenwirkung infolge einer Therapie erleiden? Stellen Sie sich einen Raum mit 100 Personen vor: Bei 60 von ihnen wird diese Nebenwirkung auftreten, bei den anderen 40 nicht.
5. Lassen Sie sich zusätzliche Risiken erklären, um zu verstehen, welche Risiken tatsächlich von der Therapie ausgehen und welche Risiken zu erwarten sind, auch wenn die Therapie nicht durchgeführt wird.
6. Untersuchungen haben gezeigt, dass Informationen, die zuletzt gehört wurden, am stärksten im Gedächtnis bleiben. Berücksichtigen Sie bei wichtigen Entscheidungen deshalb möglichst immer alle Informationen, die Ihnen zur Verfügung gestellt werden – fragen Sie im Zweifelsfall lieber noch einmal nach, wenn Sie etwas vergessen haben.
7. Schreiben Sie die Informationen, die Ihnen Ihr Arzt gibt, auf. Bitten Sie den Arzt um eine schriftliche Zusammenfassung der Informationen oder, wenn das nicht möglich ist, darum, dass er Ihnen bei einer eigenen schriftlichen Zusammenfassung hilft.
8. Versteifen Sie sich nicht auf Durchschnittszahlen.
9. Weniger ist manchmal mehr. Versuchen Sie nicht, zu viele Informationen zu bekommen, um sich nicht verwirren zu lassen. Bitten Sie Ihren Arzt darum, Ihnen die für Sie relevanten Informationen zu geben.
10. Bedenken Sie, dass sich die Risiken ändern können. So ist es beispielsweise ein Unterschied, ob ein Risiko über einen kurzen Zeitraum oder über die gesamte Lebensspanne betrachtet wird. Erfragen Sie deshalb neben dem Fünf-Jahresrisiko immer auch die zu erwartenden Risiken für die nächsten zehn oder 15 Jahre.
Quellen: Fagerlin, A. et al.: Helping Patients Decide: Ten Steps to Better Risk Communication. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 19. September 2011, doi: 10.1093/jnci/djr318 Pressemitteilung des University of Michigan Health System vom 20. September 2011
(ks)
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