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27.09.2011 - Erschöpfungssyndrom bei Prostatakrebs behandeln

Ein neuer Wirkstoff verlängert bei fortgeschrittenem Prostatakrebs nicht nur die Lebenszeit, sondern lindert offenbar auch Fatiguebeschwerden
Zu den möglichen Folgen einer Krebserkrankung gehört das chronische Erschöpfungssyndrom, Fatigue genannt. Auslöser kann der Krebs selbst sein, aber auch die systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Behandlungen wie die Chemo- oder Strahlentherapie. Wissenschaftler berichteten jetzt auf dem European Multidisciplinary Cancer Congress, dass Prostatakrebspatienten, deren Krebs sich im Körper bereits ausgebreitet hat und unempfindlich gegenüber einer Antihormontherapie geworden ist, seltener an Fatigue leiden würden, wenn sie mit einer Kombination aus Abirateronacetat und Prednison behandelt würden.

Meist, so die führende Autorin der Studie Dr. Cora Sternberg in ihrem Vortrag, sei die Prognose bei Prostatakrebs, der über die Prostata hinaus Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet habe und nicht mehr auf eine Antihormontherapie reagiere, ungünstig – oft bliebe den Betroffenen eine Lebenszeit von weniger als zwei Jahren. Zudem würden sie sehr oft an einem besonders starken Erschöpfungssyndrom erkranken. Die Behandlung mit Abirateronacetat könne diese Beschwerden deutlich lindern - zusätzlich dazu, dass auch die Lebenszeit durch die Therapie verlängert würde, wie frühere Auswertungen der Studienergebnisse gezeigt hätten.

Auch Abirateronacetat gehört zur Antihormontherapie. Es hemmt die Produktion der männlichen Sexualhormone (Androgene) sowohl im Hoden und den Nebennieren, als auch im Tumorgewebe selbst – und umfasst damit alle Ort der Androgenbildung. Die Studienautorin unterstrich die Bedeutung, die von der Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs ausginge. Für die Patienten sei es nicht nur wichtig, Therapien zu entwickeln, die das Leben mit der Krankheit verlängerten, sondern auch solche, die es verbesserten.


Quelle:
Pressemitteilung der European CanCer Organisation (ECCO) vom 25. September 2011

Weiterführende Informationen zu Fatigue und Prostatakrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(ks)
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