Nachricht
16.09.2011 - Bauchspeicheldrüsenkrebs nach anderer Krebserkrankung
|
| Eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte steigert offenbar das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ursachen dafür sind bislang unbekannt. |
 |
|
 |
Bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs spielen sowohl Umweltfaktoren als auch erbliche Einflüsse eine Rolle. Ins Visier der Wissenschaftler geriet jetzt die Krankenvorgeschichte der Betroffenen. So erkranken Personen mit einer ersten Krebserkrankung später offenbar häufiger an einem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse als Personen ohne eine solche Vorgeschichte. Die Forscher berichteten darüber in der Fachzeitschrift Cancer.
In der Studie wurde eine große Zahl von Patientendaten ausgewertet. Es zeigte sich, dass Personen, die im Alter zwischen 20 und 49 Jahren an bestimmten Krebserkrankungen gelitten hatten, später häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten. Zu diesen Krebserkrankungen gehörten Darmkrebs, Leberkrebs, Krebs der Gallenwege, Hodenkrebs, Leukämie, Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Die Risikosteigerung war allerdings recht unterschiedlich. So stieg gegenüber Personen, die nicht an diesem Krebs erkrankt gewesen waren, das Risiko bei Darmkrebs um das Viereinhalbfache, bei Leberkrebs um das Fünfeinhalbfache und bei Krebs der Gallenwege um das Dreizehnfache – bei Brustkrebs hingegen lediglich um 30 Prozent.
Unter den Patienten, bei denen eine erste Krebserkrankung im Alter zwischen 50 und 64 Jahren aufgetreten war, hatten jene ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, bei denen es sich um Magenkrebs, Leberkrebs, Lungenkrebs, Rachenkrebs und Harnblasenkrebs gehandelt hatte. Nach dem 65. Lebensjahr bei der Diagnose der ersten Krebserkrankung spielten vor allem Magenkrebs, Leberkrebs, Krebs der Gallenwege und Gebärmutterkörperkrebs eine Rolle.
Ob die Hintergründe für den beobachteten Zusammenhang auf erbliche Faktoren, Umwelteinflüsse oder den Lebensstil zurückgingen, sei noch unklar, so die Studienautoren. Auch eine Kombination sei denkbar. Die Betroffenen und ihre behandelnden Ärzte sollten das erhöhte Risiko kennen, auch wenn es sich bei Bauchspeicheldrüsenkrebs um eine insgesamt eher seltene Krebserkrankung handelt.
Quelle: Amin, S. et al.: Incidence of subsequent pancreatic adenocarcinoma in patients with a history of nonpancreatic primary cancers. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 1. September 2011, DOI: 10.1002/cncr.26414
Ausführliche Informationen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(ks)
|
 |
| zurück |
 |
|
Hautkrebs – Krankheit mit vielen Facetten.
|
|