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22.08.2011 - Nicht nur den Krebs selbst therapieren

Auch die Folgen der Krebserkrankung und die Nebenwirkungen der Therapie müssen fachgerecht behandelt werden, um die Lebensqualität zu erhalten
Zu einer Therapie von Krebserkrankungen gehört nicht nur die auf Heilung oder Verzögerung ausgerichtete Behandlung des Krebsleidens selbst. Auch den Folgen der Erkrankung und Nebenwirkungen der Therapie muss sich das medizinische Betreuungspersonal widmen, um die Beschwerden der Patienten weitgehend zu lindern und ihnen eine angemessene Lebensqualität zu sichern. Wie Experten anlässlich eines Fachpresseworkshops Anfang Juli in München feststellten, seien bei der Versorgung von Krebspatienten in dieser Hinsicht zuletzt deutliche Fortschritte erzielt worden. Viele Maßnahmen der sogenannten Supportivtherapien („unterstützende Therapien“) seien daher mittlerweile fester Bestandteil der Leitlinien.

Ein wichtiger Bereich der Supportivtherapien betrifft die Behandlung von Tumorschmerzen. Diese sind eine der häufigsten und gefürchtetsten Folgen von Krebs. Die rechtzeitige Gabe stark wirksamer und gut verträglicher Opioide kann Tumorschmerzen beseitigen und ihnen vorbeugen. Jeder Patient, so die Expertenmeinung auf dem Fachworkshop, müsse in der Schmerztherapie ein auf seine Bedürfnisse und Wünsche abgestimmtes individuelles Behandlungsschema erhalten. Dieses umfasse nicht nur die medikamentöse Betreuung, sondern erfordere auch gesprächsbereite Zuwendung des Arztes bezüglich der Nöte und Ängste des Patienten.

Ebenfalls gefürchtet und die Lebensqualität stark einschränkend sind Übelkeit und Erbrechen, die vor allem im Zusammenhang mit Chemotherapie auftreten. Doch auch hier gibt es mittlerweile gut wirksame Medikamente. Sie können, werden sie rechtzeitig eingesetzt, Übelkeit und Erbrechen verhindern. Allerdings würden nach Ansicht von Prof. Petra Feyer aus Berlin auf dem Fachworkshop die Medikamente in der Praxis oft noch nicht gemäß den aktuellen Leitlinien angewandt, sodass viele Patienten unnötig leiden müssten.

Grundsätzlich, so das Fazit des Workshops, gelte für die Supportivbehandlung bei Krebs wie für viele andere Bereiche auch: Es ist besser, Problemen vorzubeugen, statt sie zu behandeln.


Quelle:
Journal Onkologie vom 16. August 2011

Ausführliche Informationen zu Supportivtherapien finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(ks)
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