28.07.2010 - Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch Screening
In einer Provinz in den Niederlanden ging infolge des Screenings die Brustkrebssterblichkeit erheblich zurück
In den Niederlanden gibt es bereits seit geraumer Zeit ein zentrales Screening-Programm für die Früherkennung von Brustkrebs. Offenbar mit großem Erfolg: Wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control berichteten, führte die Teilnahme an diesem Programm in der Provinz Limburg zu einer deutlichen Senkung der Brustkrebssterblichkeit.
In die Studie wurden alle Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren aus der Provinz Limburg einbezogen, die zwischen 1989 und 2006 zur Teilnahme am Brustkrebsscreeningprogramm eingeladen worden waren. Längst nicht alle folgten der Einladung. Ein Vergleich zwischen Teilnehmerinnen am Screening und Nicht-Teilnehmerinnen erbrachte eine Senkung der Brustkrebssterblichkeit um 70 Prozent.
Dieser Erfolg des Brustkrebsscreening sei, so die Studienautoren, „bemerkenswert“. Für andere Regionen der Niederlande seien dank des gut-organisierten zentralen Screening-Programms ähnliche Resultate zu erwarten.
Auch in Deutschland gibt es inzwischen ein flächendeckendes Brustkrebsscreening, das sich an gesetzlich krankenversicherte Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren richtet. Alle Frauen werden im Abstand von zwei Jahren persönlich zur Teilnahme eingeladen, die freiwillig ist. Eine Überweisung vom Haus- oder Frauenarzt wird nicht benötigt. Die Kosten der Mammographie-Untersuchung werden von den Krankenkassen übernommen.
Quellen: Paap, E. et al.: A remarkable reduction of breast cancer deaths in screened versus unscreened women: a case-referent study. Cancer Causes and Control, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Mai 2010, doi: 10.1007/s10552-010-9585-7
Weiterführende Informationen zu Brustkrebs und zum Brustkrebsscreening finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft