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15.07.2010 - IGF1 als Risikofaktor für Mammakarzinom

Pooled individual Datenanalyse aus 17 prospektiven Studien
Zirkulierendes IGF1 (Insulin-like growth factor 1) ist positiv mit dem Mammakarzinomrisiko assoziiert. IGF-bindendes Protein 3 (IGFBP3) und der Menopause-Status haben darauf offenbar keinen substanziellen Einfluss, wie eine neue Studie in Lancet Oncology zeigt.

In der Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 17 prospektiven Studien aus 12 Ländern einer Analyse hinsichtlich des Zusammenhangs von IGF1, IGFBP3 und Brustkrebs unterzogen. Nach Anpassung des Lebensalters zeigten sich positive Assoziationen zwischen der Konzentration von IGF1 und der Körpergröße bzw. dem Alter bei der ersten Schwangerschaft. Negative Assoziationen traten zwischen dem Alter zum Zeitpunkt der Menarche und den Jahren seit der Menopause in Erscheinung. Die IGF1-Konzentration war zudem bei moderat übergewichtigen Frauen und bei Frauen mit moderatem Alkoholgenuss höher als bei anderen Frauen.

Die Odds ratio (OR) für Brustkrebs bei Frauen der höchsten Quintile an IGF1-Konzentration verglichen mit Frauen der niedrigsten Quintile betrug 1,28 (95% CI 1,14-1,44; p < 0,0001). Diese Assoziation war unabhängig von IGFBP3 und variierte auch nicht signifikant mit dem Menopause-Status. Allerdings hatte der Östrogen-Rezeptor-Status Einfluss: Die ORs für die Differenz der IGF1-Konzentration zwischen der höchsten und niedrigsten Quintile betrugen 1,38 (95% CI 1,14-1,68) für Östrogen-Rezeptor-positive Tumoren und 0,8 (95% CI 0,57-1,13) für Östrogen-Rezeptor-negative Tumoren (p für Heterogenität = 0,007).

Ob es sich tatsächlich um einen kausalen Zusammenhang zwischen IGF1 und dem Risiko für Mammakarzinom handelt oder nicht sei unbekannt, so die Studienautoren in ihrer abschließenden Bewertung. Allerdings gäbe es plausible biologische Mechanismen, die einen solchen Effekt erklären könnten. Das Ausmaß der Assoziation könne womöglich deutlich größer sein als beobachtet, so dass weitere Arbeiten zur Quantifizierung notwendig seien. Darüber hinaus hätte die Bestätigung einer Kausalität des Zusammenhangs bedeutende Implikationen für die Prävention von Brustkrebs. So lasse sich die Plasmakonzentration an IGF1 beispielsweise durch die Ernährung, etwa die Energie- und Proteinaufnahme, beeinflussen.


Quelle:
The Endogenous Hormones and Breast Cancer Collaborative Group: Insulin-like growth factor 1 (IGF1), IGF binding protein 3 (IGFBP3), and breast cancer risk: pooled individual data analysis of 17 prospective studies. Lancet Oncology 2010, 11:530-542

(ks)
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