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29.06.2010 - Neue Behandlungsoption bei fortgeschrittenem Brustkrebs

Neue Kombination aus Hormontherapie und zielgerichteter Therapie zugelassen
Bei der Behandlung von Brustkrebspatientinnen, die die Wechseljahre hinter sich haben und zunächst nicht mit Chemotherapie behandelt werden sollen, steht ab sofort eine neue Therapieoption zur Verfügung: Handelt es sich um einen hormonempfindlichen Tumor, der auf Oberfläche seiner Zellen vermehrt das Eiweiß HER-2 oder ErbB2 ausbildet (ErbB2-positiver Brustkrebs) und bereits in andere Organe gestreut hat, kann der Tyrosinkinasehemmer Lapatinib aus der Gruppe der zielgerichteten Therapien in Kombination mit einem Aromatasehemmer eingesetzt werden. Lapatinib, das in Tablettenform eingenommen werden kann, war bislang in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Capecitabin zugelassen.

Die jetzige Erweiterung der Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer Studie, in der durch den kombinierten Einsatz von Lapatinib und dem Aromatasehemmer Letrozol im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) eine signifikante Verlängerung der Zeit bis zum weiteren Fortschreiten der Erkrankung erreicht werden konnte. Beobachtet wurden diese Verbesserungen nur bei ErbB2-positiven Tumoren, nicht jedoch bei ErbB2-negativen.

Nebenwirkungen der Therapie waren vor allem Durchfall und Hautausschlag, die meist gut behandelt werden konnten. Ebenso traten Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Erschöpfung (Fatigue) auf.

Lapatinib ist ein sehr kleines Molekül, ein so genanntes „Small Molecule“. Es entfaltet seine Wirkung im Inneren der Krebszellen, so dass für das Wachstum und die Ausbreitung des Tumors entscheidende Prozesse nicht mehr ablaufen können.


Quelle:
Journal Onkologie vom 22. Juni 2010

Ausführliche Informationen zur Behandlung von Brustkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(ks)
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