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05.07.2010 - Antibiotikatherapie während der Schwangerschaft

Erhöht womöglich das Leukämie- und Lymphomrisiko beim Nachwuchs
Die Einnahme von Antibiotika während einer Schwangerschaft bzw. drei Monate vor der Konzeption ist womöglich mit einem erhöhten Risiko für eine spätere Krebserkrankung beim Nachwuchs verbunden. Diese in früheren Untersuchungen aufgestellte Vermutung wird jetzt durch die Ergebnisse einer Fall-Kontrollstudie von Wissenschaftlern der Universitätsklinik Mainz unterstützt, allerdings nur für Leukämie- und Lymphomerkrankungen. In dem Bericht in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control können Peter Kaatsch und Kollegen zudem nicht ausschließen, dass der beobachtete Zusammenhang nicht auf eine Wirkung der Medikamente, sondern auf die Infektionen zurückgeht, die zur Einleitung der Antibiotikatherapie geführt haben.

In die Studie wurden 1.867 Krebsfälle bei Kindern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren einbezogen, die zwischen Oktober 1992 und September 1994 im German Childhood Cancer Register (GCCR) registriert worden waren. Aus Bevölkerungsregistern wurden nach dem Zufallsprinzip die Daten von 2.057 in Alter, Geschlecht und Herkunftsregion übereinstimmenden Kontrollpersonen gewonnen.

Eine statistisch signifikante positive Assoziation zwischen der auf Selbstberichte zurückgehenden Einnahme von Antibiotika durch die Mutter und Krebs beim Nachwuchs wurden für folgende Erkrankungen beobachtet: akute lymphatische Leukämie (59 Mütter, die Antibiotika eingenommen hatten; OR = 1,47; 95% CI 1,06-2,04), akute myeloische Leukämie (18 Mütter, die Antibiotika eingenommen hatten; OR = 3,21; 95% CI 1,83-5,62) und Burkitt-Lymphom (3 Mütter, die Antibiotika eingenommen hatten; OR = 5,89; 95% CI 1,47-23,69). Für andere Krebsarten zeigte sich kein Zusammenhang.

Die vorliegenden Ergebnisse unterstützten die Annahme, dass die Einnahme von Antibiotika unmittelbar vor bzw. während einer Schwangerschaft zu einem gesteigerten Krebsrisiko beim Nachwuchs führen könnte, so die Studienautoren. Ein Recall-Bias könne zwar nicht ausgeschlossen werden, es sei jedoch unwahrscheinlich, dass damit alle beobachteten Effekte zu erklären seien.


Quelle:
Kaatsch, P. et al.: Maternal use of antibiotics and cancer in the offspring: results of a case–control study in Germany. Cancer Causes and Control, Onlinevorabveröffentlichung am 14. April 2010, DOI10.1007/s10552-010-9561-2

(ks)
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