Am 24. Februar 2008 wurden auf dem Krebsaktionstag im Rahmen des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin die Preisträger des diesjährigen Darmkrebskommunikationspreises bekannt gegeben. Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. zeichnete zusammen mit der Stiftung LebensBlicke die drei Gewinner aus, die von einer unabhängigen Jury im Vorfeld für ihre kreativen und nachhaltigen Ansätze zur Auseinandersetzung mit dem Thema Darmkrebs ausgewählt wurden.
Der Darmkrebskommunikationspreis ging zu gleichen Teilen an die Projekte „Neuss stoppt den Darmkrebs“ des Lukaskrankenhauses in Neuss, „Gemeinsam gegen Krebs; gesundheitsbewusste Lebensführung stärken“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. und an das Theaterstück „Alarm im Darm“ aus Mannheim.

"Neuss stoppt den Darmkrebs" (v.l.n.r.: Dr. Johannes Bruns (DKG),
Dr. Christoph Mondry (Lukaskrankenhaus Neuss), Dr. Uschi
Wuppermann (Stiftung LebensBlicke))
„Neuss stoppt den Darmkrebs“ überzeugte die Jury, da im Rahmen dieser kreativen Aufklärungskampagne unter anderem ein Film gestaltet wurde, der trotz niedriger Produktionskosten viele Prominente, darunter Campino von der Band die Toten Hosen und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, zeigt, die sich zum Thema Darmkrebsfrüherkennung äußern und eine klare Position beziehen. Der Film wurde vielfach in der Klinik, Fußgängerzone und auf Aktionen gezeigt und fand darüber hinaus ein großes überregionales Medienecho. Des Weiteren wurde ein zweiter Film zur Darmspiegelung produziert, der sich dem Thema ungezwungen und auf Augenhöhe mit dem Patienten nähert und täglich Einsatz in der Klinik findet.

Projekt "Gemeinsam gegen Krebs" der Krebsgesellschaft
Rheinland-Pfalz (v.l.n.r.: Dr. Johannes Bruns (DKG), Wolfgang
Neumann (Geschäftsführer der Krebgesellschaft Rheinland-Pfalz),
Dr. Uschi Wuppermann (Stiftung LebensBlicke))
Das Projekt „Gemeinsam gegen Krebs; gesundheitsbewusste Lebensführung stärken“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. zeichnet sich durch besondere Nachhaltigkeit aus. Die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. führt seit Jahren Aktivitäten zur Gesundheitsförderung durch, insbesondere zur Stärkung der Akzeptanz von Maßnahmen zur Prävention und Krebsfrüherkennung. Hierbei nutzt sie logistisch die von ihr in 30 Jahren aufgebaute, herausragende Struktur mit vier täglich besetzten Informations- und Beratungszentren und 35 Außenstellen, um Veranstaltungen in die Region – und damit zu den Menschen vor Ort – zu tragen. Die Bewerbung für den Darmkrebskommunikationspreis umfasste 30 Veranstaltungen zum Thema Darmkrebs im Zeitraum von März 2006 bis September 2007. Auf Aktionstagen, an Infoständen und bei Telefonaktionen wurde die Bevölkerung umfassend zu den Bereichen ausgewogene Ernährung, Prävention, Darmkrebsfrüherkennung, medizinische Behandlung und Krankheitsverarbeitung sowie Lebensqualität mit Darmkrebs informiert.

"Alarm im Darm" (v.l.n.r.: Dr. Johannes Bruns (DKG), Volker
Heymann (Autor "Alarm im Darm"), Dr. Uschi Wuppermann
(Stiftung LebensBlicke))
Das Theaterstück „Alarm im Darm“ überzeugte die Jury durch seine eher spielerische Auseinandersetzung mit dem ernst zu nehmenden Thema Darmkrebsfrüherkennung. Dass man ein Tabuthema humorvoll aufarbeiten und damit ein anspruchvolles Publikum ansprechen kann, hat das Vorsorg-Theater bereits mehrfach auf diversen Aktionstagen und Veranstaltungen bewiesen. Bei dem Stück wird bewusst auf Panik-Mache verzichtet, um eventuell bestehende Hemmschwellen abzubauen. Den Zuschauern wird auf sensible Weise der Zugang zu dem sonst von Ängsten dominierten Thema Darmkrebs erleichtert. Ein Konzept, das ankommt, denn auf den zahlreichen Veranstaltungen bislang hat sich gezeigt, dass die anschließenden Diskussionen weniger tabubelastet und freier gestaltet werden konnten.
Der Darmkrebs-Kommunikationspreis 2008 von Deutscher Krebsgesellschaft e.V. und Stiftung LebensBlicke wird im Rahmen der Darmkrebsaktion 2008 vergeben und wurde gefördert von der DAK – Unternehmen Leben und Roche Pharma. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.
Doreen Klamt
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