Eine psychotherapeutische Behandlung kann viel dazu beitragen, dass Sie seelisch gesund bleiben trotz der Belastungen, die durch eine Krebserkrankung entstehen können. Häufig berührt die Krankheit „alte“ Themen, die schon vor der Diagnose eine Rolle gespielt haben: z.B. Konflikte in Partnerschaft oder Familie, Selbstwertprobleme, Ängste und Depression. All diese Probleme können Sie in einer psychotherapeutischen Behandlung gezielt aufgreifen und aufarbeiten.
Was ist eigentlich Psychotherapie?Die Übergänge zwischen Beratung und Psychotherapie sind fließend und nicht immer leicht abzugrenzen. Mit Psychotherapie ist die „heilende Behandlung der Seele“ gemeint. Sie kann bei krebskranken Menschen durchgeführt werden, wenn seelische oder psychosomatische Probleme nicht nur vorübergehend sind, z.B. bei länger anhaltender Angst und Depression oder bei Anpassungsproblemen in gravierend veränderten Lebenssituationen.
Manchmal haben Patienten die Befürchtung, als „verrückt“ zu gelten, wenn sie einen Psychotherapeuten aufsuchen. Viele Menschen, auch sehr erfolgreiche und an sich stabile Persönlichkeiten, können im Laufe ihres Lebens in eine Krise geraten, aus der sie alleine nicht mehr herausfinden. Die Bereitschaft zur sychotherapeutischen Behandlung bringt Ihre Fähigkeit und Ihren Willen zum Ausdruck, aktiv seelische Hilfe und Unterstützung anzunehmen.
Welche Therapien gibt es?Es gibt mehrere unterschiedliche Behandlungsverfahren: Psychoanalytisch begründete Verfahren, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Familientherapie, Gestalttherapie, um nur die bekanntesten zu nennen. Unter anderen gibt es auch psychotherapeutische Sonderformen wie Kunst-, Musik- oder Körpertherapie. Alle Therapien versuchen, jeweils aus einem ganz bestimmten Blickwinkel heraus, die vorhandenen Probleme anzugehen. Viele Psychotherapeuten arbeiten heute jedoch nicht mehr ausschließlich nach den Lehren einer einzigen „Schule“. Sie bilden sich häufig in mehreren therapeutischen Richtungen aus. Wichtig ist für Sie persönlich, dass Sie sich von Ihrem Therapeuten menschlich angenommen fühlen und dass Sie spüren, dass er einfühlsam auf Ihre Probleme eingeht.
Wenn Sie sich näher für die unterschiedlichen therapeutischen Ausrichtungen interessieren, bietet Ihnen die Broschüre „Chance Psychotherapie“ der Verbraucherzentrale einen leicht verständlichen Überblick
(> Internetadresse der Verbraucherzentrale siehe Linkliste am Textende).
Wann zahlt die Krankenkasse?Gesetzliche KrankenkassenDie gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Psychotherapie nur für drei wissenschaftlich anerkannte Verfahren. Das sind die :
Die Behandler müssen in der Regel zur kassenärztlichen Versorgung zugelassen sein.
Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Kasse auch Kosten für übende und suggestive Techniken (z.B. Autogenes Training, Hypnose).
Beihilfeberechtigte Beamte und AngestellteAuch Beihilfestellen erkennen nur die oben genannten drei psychotherapeutischen Verfahren an. Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach der prozentualen Beihilfeberechtigung. Sofern eine private Zusatzversicherung besteht, erstattet sie die Therapiekosten in Höhe der vertraglich vereinbarten Leistung. Klären Sie im Vorfeld der Behandlung ab, welche Voraussetzungen für die Kostenübernahme vorliegen müssen.
Private Krankenkassen
Der Umfang der Leistungen privater Versicherungen ist abhängig davon, was im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Wenn Sie eine psychotherapeutische Behandlung durchführen möchten, klären Sie unbedingt vor Beginn der Therapie die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme ab.
Adressen von Psychotherapeuten, die sich auf die besonderen Probleme krebskranker Menschen spezialisiert haben, vermitteln Ihnen beispielweise die Krebsberatungsstellen, der Psychotherapie-Informationsdienst und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie e.V. (dapo e. V.), siehe unten angeführte Links.