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Bewegung

In letzter Zeit wird häufig über eine mögliche Aktivierung des Immunsystems durch Sport diskutiert. In der Tat weisen neue Studien auf eine Zunahme der Abwehrfunktion nach mäßigen körperlichen Belastungen hin. Es ist jedoch sehr fraglich, ob diese Aktivierung des Immunsystems eine Rolle in der Abwehr gegen Krebs spielen kann. Die Effekte der körperlichen Aktivität auf das Immunsystem sind so geringfügig, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Effekt, weder positiv noch negativ, auf eine bereits entstandene Tumorerkrankung haben.

In mehreren Studien wurde eine geringere Häufigkeit von Dickdarmkrebs bei körperlich aktiven Personen festgestellt. Ferner gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko von Brustkrebs bei Frauen vor den Wechseljahren reduzieren kann. Die Mechanismen dieser möglichen Reduktion des Krebsrisikos bei körperlich aktiven Menschen sind jedoch nicht bekannt.

Die günstige Beeinflussung des Abwehrsystems wird jedoch nur bei gemäßigter sportlicher Betätigung erreicht: Wenn Sie z.B. 2-3 mal pro Woche walken (schnelles Gehen), joggen, Radfahren oder schwimmen. Dagegen hat sehr intensive körperliche Belastung, wie z.B. beim Hochleistungssport, eher negative Auswirkungen auf das Immunsystem.

Auch die oft starke Erschöpfung krebskranker Menschen (Näheres dazu finden Sie unter „Fatigue“) kann durch sportliche Betätigung gebessert werden. Mehrere Untersuchungen zeigten außerdem, dass Nebenwirkungen der Strahlen- oder Chemotherapie gelindert werden konnten, wenn die Patienten während der Behandlung Ausdauertraining betrieben. Sie waren nicht mehr so müde, die Übelkeit wurde geringer und der körperlich-seelische Allgemeinzustand verbesserte sich.

Körperliche Bewegung ist heute ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation und Tumornachsorge. Bereits im Krankenhaus wird versucht, mit Hilfe krankengymnastischer Übungen die Folgen einer Operation zu mildern. In mehreren Krankenhäusern werden derzeit Bewegungstherapieprogramme für Patienten unter Chemotherapie während des stationären Aufenthaltes angeboten. Es empfiehlt sich auch, das regelmäßige körperliche Training an Ihrem Wohnort fortzusetzen.

Die Erfahrung von Gemeinschaft in einer Sportgruppe sowie Freude und Spaß an der Bewegung kann viel dazu beitragen, den eigenen Körper wieder anzunehmen. Das ist besonders wichtig, wenn sich der Körper durch die Operation oder medizinische Behandlung stark verändert hat. Viele Betroffene entwickeln durch die sportliche Betätigung wieder mehr Selbstvertrauen und neue Lebensfreude.

Sportliche Betätigung verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit, stärkt die Psyche und fördert soziale Kontakte.

Fast überall gibt es Gruppen für Sport in der Krebsnachsorge. Sie sind i.d.R. den Sportvereinen angeschlossen und werden von besonders geschulten ÜbungsleiterInnen betreut. Sie setzen sich überwiegend aus Frauen mit Brustkrebserkrankungen (90%) zusammen. Sport in der Krebsnachsorge ist als Rehabilitationssport anerkannt und kann vom Arzt verordnet werden.
Daneben bieten Sportvereine eine Vielzahl weiterer Gruppen an. Vielleicht finden Sie ja auch einen Bekannten, Freund oder Lebenspartner, der etwas für seine Gesundheit tun will und gemeinsam mit Ihnen Sport treibt.

Klären Sie Ihre körperliche Belastbarkeit, vor Beginn eines Ausdauertrainings mit Ihrem Arzt ab.

(red)



Quellen:
Baumann Freerk et al: Bewegungstherapie und Sport bei Krebs, Deutscher Ärzteverlag 2008

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Aktualisiert am: 10.11.11 - 15:35



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