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Bewältigungsmöglichkeiten

Besorgen Sie sich Informationen über die Erkrankung und die Behandlung. Das Aneignen von Kenntnissen über die Zusammenhänge der Krebserkrankung hilft Ihnen, die Situation Ihres Familienangehörigen zu verstehen und sich selbst besser orientieren zu können. Begleiten Sie den Kranken zu wichtigen Arztterminen und Untersuchungen, wenn es Ihnen möglich ist und er es wünscht.

Wie können Sie dem Erkrankten helfen?

Die Krankheit „verstehen“ lernen

Verständnis zeigen für die Schutzmechanismen des Patienten

An Krebs zu erkranken, stellt für die meisten Betroffenen eine so große Bedrohung dar, dass sie sich zeitweise vor der seelischen Belastung schützen müssen. In diesen Situationen greifen sie auf sogenannte Abwehrmechanismen zurück, mit denen sie versuchen, ihre Ängste in Schach zu halten. Sie können sich beispielsweise in folgenden Verhaltensweisen ausdrücken:

Der Patient
  • vermeidet Gespräche über seine Erkrankung und die
    tatsächliche Situation und weicht Gesprächsversuchen
    anderer aus
  • zieht sich ganz in sich zurück
  • verleugnet (oder teilweise) die Krankheit, die
    Prognose oder bestimmte Symptome und „vergisst“
    vorherige medizinische Informationen
  • setzt sich vorwiegend verstandesmäßig mit der Situation
    auseinander und scheint gefühlsmäßig nicht betroffen zu
    sein
  • fällt zurück in kindlich-hilflose Verhaltensweisen und
    schränkt sein Interesse auf den eigenen Körper ein
  • gibt anderen Menschen die Schuld an seiner Erkrankung
    oder an seiner Situation
  • reagiert oft gereizt oder wütend
  • unterlässt wichtige therapeutische Maßnahmen und trägt
    nicht zu seiner Genesung bei oder umgekehrt: wird
    überaktiv und ergreift zu viele therapeutische
    Maßnahmen gleichzeitig
Solche Verhaltensweisen helfen dem Patienten, eine für ihn im Moment unerträgliche Realität zu bewältigen. Zeigen Sie dafür Verständnis und vermeiden Sie es, wütend, belehrend oder gekränkt zu reagieren. Negative Gefühlsäußerungen sind meist nicht persönlich gemeint. Lassen Sie dem Kranken Zeit. Wenn er sich sicherer fühlt und sich von Ihnen verstanden weiß, gibt er diese Abwehrhaltung in der Regel wieder auf. Werden massive Abwehrmechanismen jedoch dauerhaft aufrechterhalten, sollten Sie professionellen Rat und Hilfe einholen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Professionelle Unterstützung“ siehe nebenstehende Linkleiste.

Hilfreiche Gesprächsbedingungen herstellen

Signalisieren Sie Ihre Bereitschaft zu offenen und ehrlichen Gesprächen über die Vorstellungen und Gefühle Ihres Familienmitgliedes. Hören Sie genau zu und vermeiden Sie bagatellisierende oder z.B. bewertende Reaktionen. Fragen Sie den Patienten, wie Sie ihm ganz konkret helfen können. Wichtig sind auch die Gefühle und Gedanken, die Sie bewegen. Teilen Sie sich mit. Drängen Sie Ihr Familienmitglied aber nicht zu einem Gespräch, wenn der Zeitpunkt nicht richtig ist. Insbesondere Auseinandersetzungen über den Ernst der Erkrankung können nicht jederzeit verkraftet werden.

Behutsam mit sexuellen Veränderungen umgehen

Auf körperliche Veränderungen und sexuelle Beeinträchtigungen reagieren Betroffene oft hochsensibel. Es ist viel Verständnis und großes Einfühlungsvermögen nötig um die beiderseitigen körperlichen Bedürfnisse wieder aufeinander abzustimmen.

Das verletzte Selbstwertgefühl berücksichtigen

Manche Patienten fühlen sich durch eine Krebserkrankung zutiefst in ihrem Selbstwertgefühl verletzt. Sie haben – vorübergehend oder dauerhaft – das Gefühl verloren, für nahe Angehörige, den Partner eine Bedeutung oder einen Nutzen zu haben, und sind statt dessen davon überzeugt, nur noch eine unzumutbare Last zu sein. Dahinter verbirgt sich die Angst, vom Partner verlassen zu werden, was allerdings nur selten ausgesprochen wird. Helfen können Sie dem Patienten, indem Sie ihm vermitteln, dass die Krebserkrankung nichts an seinem Wert für Sie, an seiner Bedeutung in Ihrem Leben ändert.

Dem Patienten helfen, seinen eigenen Weg zu gehen

Unterstützen Sie ihr Familienmitglied darin, seine eigenen Lösungen im Umgang mit der Erkrankung zu finden, und machen Sie deutlich, dass Sie seine Entscheidungen respektieren.

Den Patienten am Alltag teilhaben lassen

Beziehen Sie Ihren Angehörigen – auch dann, wenn sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert hat – so gut wie möglich in das alltägliche Leben und in die familiäre Gemeinschaft mit ein. Fördern Sie seine Selbständigkeit, ohne ihn zu überfordern. Treffen Sie Entscheidungen mit ihm gemeinsam.

(red)




Quellen:
Deutsche Krebshilfe e.V. (Hrsg.): Die blauen Ratgeber 42. Hilfen für Angehörige, 2009, http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/042_hilfen_fuer_angehoerige.pdf
Internetportal des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (dkfz), http://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/angehoerige.php, Stand September 2010

Weiterführende Links

Aktualisiert am: 26.05.11 - 19:01



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