Sie befinden sich hier:  Krebs - Was ist das? > Krebsregister
Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Krebsregister

Was ist ein Krebsregister?

Epidemiologische Krebsregister sind Einrichtungen, die Daten über das Auftreten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen erheben, speichern und verarbeiten. Aus der Analyse und Interpretation dieser Informationen lassen sich Anhaltspunkte gewinnen, um beispielsweise Präventions- und Früherkennungsprogramme zu entwickeln oder Krebsursachen und Risikofaktoren zu erforschen.

Typische Fragen, die mit den Daten eines epidemiologischen Registers beantwortet werden können, sind etwa: Trifft es zu, dass in Deutschland jeder Vierte an Krebs erkrankt? Wie viele Menschen erkranken jährlich an Lungenkrebs? Welche Krebsformen treten heute häufiger als früher auf? Welches sind die Ursachen für Blutkrebserkrankungen im Kindesalter? Ist fettreiche Ernährung ein Risikofaktor für Darmkrebs? Haben sich Präventions- und Früherkennungsprogramme positiv ausgewirkt?

Gesetz: Bundesländer müssen Register aufbauen

Am 1. Januar 1995 trat das Bundeskrebsregistergesetz in Kraft; zum 31. Dezember 1999 lief es aus. Es verpflichtet alle Bundesländer, einheitliche bevölkerungsbezogene Krebsregister aufzubauen und Daten für die epidemiologische Forschung bereitzustellen.

Bevölkerungsbezogene Krebsregister wurden in allen Bundesländern aufgebaut. Zur Meldung aufgerufen sind alle Ärzte, die den Patienten begleiten. Der Datenschutz ist stets gewährleistet.

Vollzählige Daten gibt es nur im Saarland

Vollzählige Daten für alle Krebskrankheiten über einen längeren Zeitraum liefert gegenwärtig allerdings einzig das Krebsregister des Saarlandes. Auf der Grundlage der Daten dieses Registers erfolgen bislang noch die Schätzungen zur Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland, die regelmäßig von der Dachdokumentation Krebs im Robert-Koch-Institut in Berlin bekannt gegeben werden.

Die Dachdokumentation arbeitet in der 1996 eingerichteten „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland” mit allen deutschen epidemiologischen Krebsregistern zusammen. Die vorrangige Aufgabe dieser Arbeitsgemeinschaft ist, einheitliche Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die Daten der regionalen Register zu vergleichen und für länderübergreifende Fragestellungen aufzubereiten.

Von den bevölkerungsbezogenen (epidemiologischen) Krebsregistern, die Daten in räumlich definierten Bevölkerungsgruppen erfassen, müssen die so genannten klinischen Krebsregister unterschieden werden, die allein Daten von Patienten ihres Behandlungszentrums erfassen, unabhängig von ihrer regionalen Herkunft.

(red)




Quellen:
N. Becker: Epidemiologie von Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 187-234

Links zum Thema

Aktualisiert am: 23.05.11 - 18:37



DKK 2012
Kampagne Bauchspeicheldruesenkrebs
Darmkrebszentrale 2011
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->