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Krebshäufigkeit - die aktuellen Zahlen

Krebsneuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2004

Die Zahlen wurden von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in der Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin herausgegeben. Einbezogen in die Daten sind alle Neuerkrankungen, unabhängig davon, ob die betroffene Person das erste Mal einen bösartigen Tumor hat oder bereits eine andere Karzinomerkrankung vorlag.  Das PDF der Broschüre können Sie kostenlos in unserem Broschürenbereich herunterladen.

Krebsneuerkrankungen Männer

Position
Krebsart 2002 2004
1
Prostatakrebs 48.650 58.570
2
Darmkrebs* 35.600 37.250
3
Lungenkrebs 32.550 32.850
4
Harnblasenkrebs 18.850 21.410
5
Magenkrebs 11.200 11.000
6
Nierenkrebs** 10.300 10.750
7
Krebs von Mundhöhle und Rachen 7.800 7.620
8
Pankreaskrebs 6.050 6.320
9
Malignes Melanom der Haut 6.000 6.520
10
Non-Hodgkinlymphome 5.850 6.780
11
Leukämien 5.500 4.810
12
Hodenkrebs 4.350 4.750
13
Speiseröhrenkrebs 3.700 3.880
14
Kehlkopfkrebs 2.800 2.990
15
Schilddrüsenkrebs 1.300 1.520
16
Morbus Hodgkin 900 1.040
Summe aller jährlichen Krebsneuerkrankungen 218.250 230.500
 
* Im Jahr 2000 nur Dickdarm- und Mastdarmkrebs.
** Im Jahr 2000 Nierenkrebs u. sonst. n.n.b. Harnorgane.

Krebsneuerkrankungen Frauen

Position Krebsart 2002 2004
1 Brustkrebs 55.150 57.230
2 Darmkrebs* 35.800 36.000
3 Lungenkrebs 12.450 13.190
4 Gebärmutterkörperkrebs 11.350 11.700
5 Krebskr. der Ovarien u. Adnexe 9.950 9.660
6 Magenkrebs 8.250 7.780
7 Malignes Melanom der Haut 7.700 8.380
8 Harnblasenkrebs 7.100 7.340
9 Pankreaskrebs 6.600 6.620
10 Gebärmutterhalskrebs 6.500 6.190
11 Nierenkrebs** 6.400 6.500
12 Non-Hodgkinlymphome 6.250 6.070
13 Leukämien 4.750 4.300
14 Schilddrüsenkrebs 2.800 3.540
15 Krebs von Mundhöhle und Rachen 2.600 2.780
16 Speiseröhrenkrebs 1.050  1.050
17 Morbus Hodgkin 850 940
18 Kehlkopfkrebs 450 390
Summe aller jährlichen Krebsneuerkrankungen 206.000  206.000 
 
* Im Jahr 2000 nur Dickdarm- u. Mastdarmkrebs.
**Im Jahr 2000 Nierenkrebs u. sonst. n.n.b. Harnorgane.

 

Ob ein Mensch an Krebs erkrankt oder nicht, ist keineswegs allein vom Zufall abhängig. Das zeigt sich deutlich, wenn man betrachtet, wie unterschiedlich häufig bestimmte Krebsarten in verschiedenen Regionen, Städten und Ländern, in verschiedenen Bevölkerungs- und Altersgruppen, bei Frauen und Männern auftreten. Mit der Häufigkeit und Verteilung von Krebs beschäftigt sich ein wichtiges Forschungsgebiet, die Krebsepidemiologie.

Die Statistiken, die von Epidemiologen erstellt werden, unterscheiden drei wichtige Größen:
  • die Inzidenz: Das ist die Anzahl der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr.
  • die Mortalität: Das ist die Zahl der Krebstodesfälle pro 100.000 Einwohner und Jahr.
  • die Prävalenz: Das ist die Häufigkeit, mit der eine bestimmte Erkrankung zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem definierten Kollektiv, meist pro 100.000 Einwohner, vorhanden ist.

Häufigste Erkrankungen: Prostatakrebs und Brustkrebs

Die neuesten Daten zur Häufigkeit und Verteilung von Krebs in Deutschland beziehen sich auf das Jahr 2002. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes in Berlin erkrankten im Jahr 2002 in Deutschland etwa 206.000 Frauen und 218.250 Männer erstmalig an Krebs.

Verglichen mit vorangegangenen Schätzungen ist bei den Männern die Zahl der Neuerkrankungen an Lungenkrebs zurückgegangen. Der Lungenkrebs ist damit nicht mehr, wie in früheren Jahren, die häufigste Krebskrankheit bei Männern. Mit fast 32.550 jährlich erkrankenden Männern nimmt der Lungenkrebs jetzt den dritten Platz in der Rangfolge der häufigsten Krebskrankheiten ein. Den ersten Platz belegt der Prostatakrebs mit über 48.650 Neuerkrankungen, den zweiten Platz Darmkrebs mit 35.600 Neuerkrankungen jährlich.

Die häufigste Krebskrankheit bei Frauen ist mit 55.150 Neuerkrankungen jährlich der Brustkrebs. Ein bereits seit längerem beobachtete Trend – der Anstieg von Lungenkrebs bei Frauen – hat sich mit inzwischen jährlich fast 12.450 Neuerkrankungen fortgesetzt und liegt damit an dritter Stelle hinter Darmkrebs mit 35.800 Neuerkrankungen.

Andere Länder, andere Zahlen

Das Erfassen, Auswerten und Interpretieren epidemiologischer Daten erlaubt nicht nur regionale, sondern auch internationale Vergleiche. Unterschiede und Besonderheiten des Auftretens von Krebserkrankungen können die Wissenschaftler auf mögliche Krebsursachen hinweisen.

Ein Beispiel ist das geographisch sehr unterschiedliche Erkrankungsrisiko für Brustkrebs: In den Vereinigten Staaten erkranken mehr als sechsmal, in Deutschland fast fünfmal mehr Frauen an Brustkrebs als in Japan. Wenn Japanerinnen in die Vereinigten Staaten auswandern, ändert sich ihr niedriges Brustkrebsrisiko kaum. Das Risiko ihrer Töchter und noch mehr das ihrer Enkelinnen, an Brustkrebs zu erkranken, nähert sich jedoch dem hohen Brustkrebsrisiko amerikanischer Frauen an. In Europa findet man die meisten Brustkrebserkrankungen in den Niederlanden, in Dänemark, Finnland und Schweden. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen mittleren Rang ein. Die niedrigsten Erkrankungsraten verzeichnen die südeuropäischen Länder Spanien, Griechenland und Portugal.

Eine „einfache” Erklärung gibt es für diese regionalen Unterschiede nicht. Die Forscher gehen davon aus, dass vor allem reproduktive (höheres Alter bei erster Geburt, Kinderlosigkeit, frühe Menarche, späte Menopause), hormonelle und genetische Faktoren mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden sind. In verschiedenen Studien beobachteten die Epidemiologen auch einen Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten – insbesondere eine sehr kalorienreiche Ernährung – und hohem Alkoholkonsum.


Aktualisiert am: 11.08.09 - 13:38


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