Sie befinden sich hier:  Krebs - Was ist das? > Krebshäufigkeit
Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Krebshäufigkeit - die aktuellen Zahlen

Krebsneuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2006

Die Zahlen wurden von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in der Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin herausgegeben. Einbezogen in die Daten sind alle Neuerkrankungen, unabhängig davon, ob die betroffene Person das erste Mal einen bösartigen Tumor hat oder bereits eine andere Karzinomerkrankung vorlag.  Das PDF der Broschüre können Sie kostenlos in unserem Broschürenbereich herunterladen.

Krebsneuerkrankungen Männer

Position
Krebsart 2004 2006
1
Prostatakrebs 58.570 60.120
2
Darmkrebs 37.250 36.300
3
Lungenkrebs 32.850 32.500
4
Harnblasenkrebs* 21.410 19.360
5
Magenkrebs 11.000 10.620
6
Nierenkrebs 10.750 10.050
7
Krebs von Mundhöhle und Rachen 7.620 7.930
8
Pankreaskrebs 6.320 6.380
9
Malignes Melanom der Haut 6.520 7.360
10
Non-Hodgkinlymphome 6.780 6.410
11
Leukämien 4.810 5.080
12
Hodenkrebs 4.750 4.960
13
Speiseröhrenkrebs 3.880 4.100
14
Kehlkopfkrebs 2.990 3.430
15
Schilddrüsenkrebs 1.520 1.620
16
Morbus Hodgkin 1.040 1.130
Summe aller jährlichen Krebsneuerkrankungen 230.500 229.200

 * einschließlich bösartiger Neubildungen in situ und Neubildungen unsicheren Verhaltens.

Krebsneuerkrankungen Frauen

Position Krebsart 2004 2006
1 Brustkrebs 57.230 57.970
2 Darmkrebs 36.000 32.440
3 Lungenkrebs 13.190 14.600
4 Gebärmutterkörperkrebs 11.700 11.140
5 Krebskr. der Ovarien u. Adnexe 9.660 9.670
6 Magenkrebs 7.780 7.230
7 Malignes Melanom der Haut 8.380 8.470
8 Harnblasenkrebs* 7.340 8.090
9 Pankreaskrebs 6.620 6.980
10 Gebärmutterhalskrebs 6.190 5.470
11 Nierenkrebs 6.500 6.440
12 Non-Hodgkinlymphome 6.070 6.350
13 Leukämien 4.300 4.220
14 Schilddrüsenkrebs 3.540 3.660
15 Krebs von Mundhöhle und Rachen 2.780 2.930
16 Speiseröhrenkrebs 1.050 1.090
17 Morbus Hodgkin 940 890
18 Kehlkopfkrebs 390 460
Summe aller jährlichen Krebsneuerkrankungen 206.000  197.600
 
* einschließlich bösartiger Neubildungen in situ und Neubildungen unsicheren Verhaltens.

 

Ob ein Mensch an Krebs erkrankt oder nicht, ist keineswegs allein vom Zufall abhängig. Das zeigt sich deutlich, wenn man betrachtet, wie unterschiedlich häufig bestimmte Krebsarten in verschiedenen Regionen, Städten und Ländern, in verschiedenen Bevölkerungs- und Altersgruppen, bei Frauen und Männern auftreten. Mit der Häufigkeit und Verteilung von Krebs beschäftigt sich ein wichtiges Forschungsgebiet, die Krebsepidemiologie.

Die Statistiken, die von Epidemiologen erstellt werden, unterscheiden drei wichtige Größen:
  • die Inzidenz: Das ist die Anzahl der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr.
  • die Mortalität: Das ist die Zahl der Krebstodesfälle pro 100.000 Einwohner und Jahr.
  • die Prävalenz: Das ist die Häufigkeit, mit der eine bestimmte Erkrankung zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem definierten Kollektiv, meist pro 100.000 Einwohner, vorhanden ist.

Häufigste Erkrankungen: Prostatakrebs und Brustkrebs

Die neuesten Daten zur Häufigkeit und Verteilung von Krebs in Deutschland beziehen sich auf das Jahr 2002. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes in Berlin erkrankten im Jahr 2002 in Deutschland etwa 206.000 Frauen und 218.250 Männer erstmalig an Krebs.

Verglichen mit vorangegangenen Schätzungen ist bei den Männern die Zahl der Neuerkrankungen an Lungenkrebs zurückgegangen. Der Lungenkrebs ist damit nicht mehr, wie in früheren Jahren, die häufigste Krebskrankheit bei Männern. Mit fast 32.550 jährlich erkrankenden Männern nimmt der Lungenkrebs jetzt den dritten Platz in der Rangfolge der häufigsten Krebskrankheiten ein. Den ersten Platz belegt der Prostatakrebs mit über 48.650 Neuerkrankungen, den zweiten Platz Darmkrebs mit 35.600 Neuerkrankungen jährlich.

Die häufigste Krebskrankheit bei Frauen ist mit 55.150 Neuerkrankungen jährlich der Brustkrebs. Ein bereits seit längerem beobachtete Trend – der Anstieg von Lungenkrebs bei Frauen – hat sich mit inzwischen jährlich fast 12.450 Neuerkrankungen fortgesetzt und liegt damit an dritter Stelle hinter Darmkrebs mit 35.800 Neuerkrankungen.

Andere Länder, andere Zahlen

Das Erfassen, Auswerten und Interpretieren epidemiologischer Daten erlaubt nicht nur regionale, sondern auch internationale Vergleiche. Unterschiede und Besonderheiten des Auftretens von Krebserkrankungen können die Wissenschaftler auf mögliche Krebsursachen hinweisen.

Ein Beispiel ist das geographisch sehr unterschiedliche Erkrankungsrisiko für Brustkrebs: In den Vereinigten Staaten erkranken mehr als sechsmal, in Deutschland fast fünfmal mehr Frauen an Brustkrebs als in Japan. Wenn Japanerinnen in die Vereinigten Staaten auswandern, ändert sich ihr niedriges Brustkrebsrisiko kaum. Das Risiko ihrer Töchter und noch mehr das ihrer Enkelinnen, an Brustkrebs zu erkranken, nähert sich jedoch dem hohen Brustkrebsrisiko amerikanischer Frauen an. In Europa findet man die meisten Brustkrebserkrankungen in den Niederlanden, in Dänemark, Finnland und Schweden. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen mittleren Rang ein. Die niedrigsten Erkrankungsraten verzeichnen die südeuropäischen Länder Spanien, Griechenland und Portugal.

Eine „einfache” Erklärung gibt es für diese regionalen Unterschiede nicht. Die Forscher gehen davon aus, dass vor allem reproduktive (höheres Alter bei erster Geburt, Kinderlosigkeit, frühe Menarche, späte Menopause), hormonelle und genetische Faktoren mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden sind. In verschiedenen Studien beobachteten die Epidemiologen auch einen Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten – insbesondere eine sehr kalorienreiche Ernährung – und hohem Alkoholkonsum.

(red)




Quellen:
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010


Aktualisiert am: 23.05.11 - 18:30



Onkologie App
DGHO 2011 Patient
Darmkrebszentrale 2011
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->