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Verstopfung

Ursachen und Entstehung

Als Verstopfung oder Obstipation wird eine z.T. schwierige Passage von geringen und harten Stuhlmengen bezeichnet. Wenn binnen 3 Monate 25% der Zeit harter Stuhlgang, eine nicht komplette bzw. anstrengende Entleerung vorliegt und wenn weniger als 3 Stuhlentleerungen pro Woche durchgeführt werden, gilt dieses als Verstopfung.

Hauptursache neben der Tumorerkrankung selbst ist die medikamentöse Behandlung mit Chemotherapie, speziell mit Schmerzmitteln. Hierbei stehen die Morphiumsubstanzen ganz im Vordergrund. 87% aller Menschen mit morphinartigen Schmerzmitteln haben Probleme mit Verstopfung. Ferner führt die mangelhafte Zufuhr von Flüssigkeiten, geringe Nahrungszufuhr, Bettlägerigkeit, wenig Bewegung und eine eher ballaststoffarme Kost zur Verstopfung.

Durch den Tumor selber oder dessen Tochtergeschwülste sowie viel Bauchwasser kommt es zum Druck oder zur Beeinträchtigung des Darmes und somit zu einer Verhinderung der Stuhlpassage mit anschließender Verstopfung. 

Behandlung

Die Ernährungsmedizinische Behandlung von Verstopfung beinhaltet folgende Aspekte:
  • Eine ausreichende, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr von 2 Liter/Tag ist dringend erforderlich. Geeignet sind Mineralwasser mit Kohlensäure, Säfte, Kräuter- und Früchtetees. Auch Kaffee und Wein haben eine abführende Wirkung.
  • Auf Schwarztee sollte verzichtet werden.
  • Lassen Sie sich für die Stuhlentleerung Zeit.
  • Verzehren Sie ballaststoffreiche Mahlzeiten. Achten Sie dabei auf die Verträglichkeit.
  • Probleme könnte es durch die Zusatzstoffe Weizenkleie, Leinsamen oder Ballaststoffe geben, die wiederum zu Blähungen führen.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung.
  • Beachten Sie Nahrungsmittelverträglichkeiten.
Geeignete Lebensmittel sind:
  • eine ballaststoffreiche Kost (mindestens 30g/Tag),
  • Kaffee, Buttermilch, Kefir, Obstsäfte,
  • Haferflocken-Müsli, Cornflakes, Vollkorn-/Schrotbrot,
  • alle Sorten von Obst außer Bananen,
  • Kartoffeln,
  • Fleisch, Wurst, Eier, Fisch ( ! nicht zu reichlich).
Ungeeignete Lebensmittel sind:
  • Schwarzer Tee, Kakao, Rotwein,
  • Weißbrot, helle Brotsorten, Kuchen, Feingebäck,
  • Bananen,
  • Hülsenfrüchte,
  • Grünkohl, Weißkohl,
  • Fleisch, Wurstwaren, Eier, Fisch in großen Mengen.
Da die Ursachen der Obstipation auch durch Medikamente bedingt sein könnten, lassen Sie bitte Ihren Arzt die Medikamente umstellen. Zu einer Schmerzmittelmedikation mit morphinartigen Substanzen sollte auf alle Fälle vorsorglich Abführmittel parallel zur Schmerzmedikation eingesetzt werden. Hier eignen sich neben dem Milchzucker (Vorsicht Blähungen!) Sennesblätter, Magnesium in höherer Dosis und Polyäthylenglykol. Letzteres hat die geringsten Nebenwirkungen. Parallel zu Abführmittel sollte immer viel Flüssigkeit zugeführt werden.


Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(red)




K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64


Aktualisiert am: 02.06.11 - 19:33



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