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Mundtrockenheit
Ursachen und Entstehung
Chemo- und Strahlentherapie sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten können zu einer Schädigung der Schleimhaut im Mundbereich führen, wodurch die Funktion der Speicheldrüsen verschlechtert wird. Folge davon ist die Abnahme der Speichelproduktion, der Speichel wird dickflüssiger und der Mund trocken.
Durch den Speichelmangel kann das Kauen, Schlucken, Schmecken, Sprechen und auch das Schlafen beeinträchtigt werden. Besonders bei Bestrahlungen des Kopf-, Hals- und Brustbereichs tritt diese Nebenwirkung häufig auf und hält auch nach Ende der Bestrahlungszeit noch eine längere Zeit an.
Behandlung
Die Auswahl geeigneter Nahrungsmittel und Getränke hilft Ihnen, mit der Mundtrockenheit umzugehen. Zusätzlich sollten Sie auf eine regelmäßige Mundhygiene achten, um Infektionen im Mundbereich zu vermeiden, Die Verordnung von Speichelersatzpräparaten durch ihren Arzt kann ebenfalls die Sympome mildern. Folgende praktische Ratschläge helfen Ihnen bei bestehender Mundtrockenheit:
- Regelmäßige Mundhygiene: Verwenden Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten und spülen Ihren Mund mehrmals täglich mit Wasser, ungesüßtem Pfefferminz- bzw. Salbeitee oder Kochsalzlösung (1 TL Salz auf ½ Liter Wasser).
- Halten Sie Mund und Lippen durch häufiges Trinken kleiner Schlucke Wasser feucht.
- Vermeiden Sie Lebensmittel, welche die Schleimhaut reizen oder austrocknen (z.B. starke Gewürze, stark Gesalzenes, Kamillentee und Alkohol).
- Stimulieren Sie den Speichelfluss durch saure Bonbons, Kaugummis und kühle Getränke, wie Zitronenlimonade, Tonic Water oder Tee mit Zitrone.
- Durch häufige Mahlzeiten, kleine Bissen und langes Kauen können Sie ebenfalls den Speichelfluss anregen.
- Meiden Sie trockene, krümelige Lebensmittel.
- Bevorzugen Sie weiche, flüssigkeitsreiche Speisen (Kompott, reifes Obst, Pudding, Suppe).
- Bei zähflüssigem Speichel sollten Sie auf das Trinken von Milch verzichten.
Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(red)
Quellen:
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64
Aktualisiert am: 02.06.11 - 19:21