Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Durchfall
Ursachen und Entstehung
Als Durchfall wird ein dünner, wässriger Stuhlgang mehr als 3x pro Tag bezeichnet. Bedingt durch den hohen Flüssigkeitsverlust können schwere Nebenwirkungen des Allgemeinzustandes (Kreislaufprobleme) und von Organen (Nieren) auftreten. Infektionen des Darmes mit Bakterien, Pilzen und Viren führen ebenfalls zu einem deutlichen Flüssigkeitsverlust. Die frühzeitige Information des betreuenden Arztes ist dringend erforderlich.
Die Ursache für Durchfall bei Tumorerkrankung kann bedingt sein durch den Tumor selber, indem er die Schleimhaut des Darmes schädigt und somit die Rückresorption der Flüssigkeit behindert. In der Hauptsache ist aber die Tumortherapie der Grund.
Jede Chemotherapie führt zur Beeinträchtigung der Schleimhaut des Magen-Darmtraktes. Die sehr schnell wachsenden und sich schnell teilenden Schleimhautzellen werden neben den Tumorzellen ebenfalls geschädigt und es kommt zu einer "Entzündung" des gesamten Magen-Darmtraktes. Durch diese "Entzündung" wird wiederum nicht ausreichend die Flüssigkeit aus dem Darm zurückgefiltert und es kommt zu Durchfällen. Gleiches gilt für die durch Strahlentherapie geschädigte Schleimhaut als sogenannte "Strahlenenteritis".
Als weitere Ursachen kommen Operationen am Magen-Darmtrakt (z.B. Entfernung des Magens, Entfernung großer Teile des Darmes oder Teile der Bauchspeicheldrüse) in Frage. Es fehlen nach der Operation Schleimhautfläche zur Rückgewinnung der Flüssigkeit oder Fermente, um die Nahrung in die entsprechenden Bausteine aufzuspalten. Auch hierdurch bedingt kommt es vermehrt zu Durchfällen.
Ferner können aber auch unterstützende Medikamente wie die Blutsalze, Magnesium- oder Brausetabletten (Kalzium, Kalium und Vitamine) vermehrt zu Durchfall führen.
Behandlung
Nachstehende Ernährungsinformationen sollen helfen, das Auftreten des Durchfalls zu vermeiden:
- Verzehren Sie keine Vollkornprodukte, Nüsse, rohes Obst, rohes Gemüse, Fette, scharfe oder blähende Nahrungsmittel (z.B. Kohl, Bohnen).
- Verzichten Sie auf Milch bei Milchzuckerunverträglichkeit (die häufigste Folge von Magenoperationen. Verzehren Sie stattdessen Sojaprodukte oder laktosefreie Milch.
- Verzichten Sie auf Alkohol und Tabak aufgrund ihrer abführenden Wirkung.
- Nehmen Sie keine koffeinhaltigen, kalten, kohlensäurehaltigen Getränke, Säfte, Alkohol und Frischmilch zu sich.
- Verzichten Sie auf so genannte "Lightgetränke", da diese häufig Zuckerersatzstoffe (Sorbit) beinhalten und zu Durchfall führen können.
Folgende Regeln sollten beim Auftreten von Durchfall beachtet werden:
- Nehmen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich.
- Beachten Sie individuelle Unverträglichkeiten.
- Essen Sie wenig Süßes.
- Kauen Sie gut und essen Sie langsam.
- Streben Sie nur helle- mittelbraune Bräunung an.
- Konsumieren Sie fettreduzierte abwechslungsreiche Kost.
- Führen Sie ballaststoffarme Mahlzeiten zu, z.B. Hafer- oder Reisschleim, Weißmehlprodukte, weißen Reis, mageres Fleisch oder Fisch, Kartoffelbrei
- Als Obst sind geriebener Apfel oder Banane zu empfehlen.
- Erhöhen Sie die Flüssigkeitszufuhr auf 2-3 Liter pro Tag (Mineralwasser ohne Kohlensäure, Schwarztee oder wenig gesüßte Tees sowie klare Brühe)
Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(red)
Quellen:
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64
Aktualisiert am: 31.05.11 - 15:27