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Blähungen

Ursachen und Entstehung

Blähungen entstehen in der Regel nach dem Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Ballaststoffen sind. Im menschlichen Magen-Darmtrakt kann der Ballaststoff aufgrund entsprechender, fehlender Verdauungsenzyme nicht richtig aufgespaltet und verwertet werden. Den Bakterien im Darm dienen die Ballaststoffe dagegen als Nahrung, indem sie diese vergären und daraus Energie gewinnen. Dabei kommt es zur Entstehung von Gasen, die den Darm füllen und Blähungen verursachen.

Bei tumorerkrankten Patienten können Blähungen aber auch durch die Nebenwirkungen der Chemotherapie und Bestrahlung ausgelöst sein. Die Ursache ist meist eine geschädigte Darmschleimhaut (Mukositis), durch die es zu einer veränderten Bakterien- und Pilzbesiedlung der Darmschleimhaut kommt.

Gleiches gilt auch für Patienten, die eine Antibiotikatherapie erhalten. Die Zusammensetzung der natürlichen Bakterien und Pilzflora des Darmes wird dadurch verändert und Blähungen entstehen.
Ferner können Patienten unter und nach Chemotherapie eine Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeit/-intoleranz entwickeln. Auch diese führen zu vermehrten Blähungen, genauso wie die Nahrungswiederaufnahme nach langem Nahrungsverzicht (z.B. nach Operationen).

Zu schnelles Essen, unzureichendes Kauen und auch Luftschlucken während des Essens fördert ebenso die Gasbildung. Vereinzelte Medikamente, wie z.B. Milchzucker, der als Abführmittel eingesetzt wird, führten gleichfalls zu verstärkten Blähungen und sollten durch andere Medikamente ersetzt werden.

Behandlung

Bei der Mannigfaltigkeit der Ursachen für Blähungen (Tumorerkrankung, Therapie der Tumorerkrankung, Begleittherapie) sollten nachstehende generelle Ernährungsempfehlungen berücksichtigt werden.

An erster Stelle zur Vermeidung von Blähungen sollte der Verzicht auf so genannte "schwer verdauliche" Nahrungsmittel stehen. Diese verweilen über mehrere Stunden im Magen-Darmtrakt und fördern deshalb eine Gärung mit Ausbildung von Blähungen. Schwer verdauliche sind u.a. folgende Nahrungsmittel:
  • Hülsenfrüchte, Kohl, Steinobst, Rohkost
  • frisches Brot u. Vollkornbrot
  • Zuckeraustauschstoff haltige Getränke (Sorbit / Fructose)
  • frittierte Speisen
  • Nahrungsmittel mit hohen Fettgehalt (Eisbein, Sahne)
  • Nüsse
  • Milch u. gesäuerte Milchprodukte
  • sehr fette und scharf gebratene Speisen
  • Säfte, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke
  • fette Süßigkeiten
  • große Mengen an scharfen Gewürzen, Zwiebeln, Knoblauch und Knoblauchpulver
  • hart gekochte Eier
  • fette Eierspeisen
  • stark mit Speck angebratene und frittierte Lebensmittel
  • Paprika, Oliven, Gurken- und Rettichsalat, Sauerkraut, Lauch, Pilze, Rosenkohl
Als "leicht verdaulich " gelten dagegen Nahrungsmittel, die bereits nach wenigen Stunden den Magen verlassen haben wie zum Beispiel:
  • fettarm zubereitete Speisen
  • Reis
  • Nudeln
  • Kartoffeln
  • Fisch
  • mageres Fleisch
  • reifes Obst
Entsprechend der Grunderkrankung kann es aber auch bei Einhaltung obiger Nahrungsmittel-Empfehlungen bei Tumorpatienten zu Blähungen kommen.


Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(red)




Quellen:
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2005, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64


Aktualisiert am: 31.05.11 - 15:26



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