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Abdominelle Beschwerden
Die Ursachen von abdominellen Beschwerden bei Krebskranken sind mannigfaltig. Sie können bedingt sein durch die Tumorerkrankung selbst (z.B. Tumoren des Magen-Darmtraktes, gynäkologische Tumoren) oder durch Absiedlung von Tochtergeschwulsten (Metastasen, bei Lungenkrebs beispielsweise in der Leber oder der Nebennierenrinde). Die Absiedlung von Tochtergeschwülsten in der Leber kann zu einer Vermehrung von Bauchflüssigkeit (Aszites) führen, ebenso die Beteiligung des Bauchfells (Peritonalkarzinose) durch Metastasen – speziell beim Eierstockkrebs.
Neben dem Tumor und seinen Tochtergeschwüren führt auch die entsprechende Therapie mit Chemotherapie oder Strahlentherapie zu den verschiedensten abdominellen Beschwerden. Dazu gehören die Schleimhautentzündung des gesamten Magen-Darmtraktes mit dem Bild einer Speiseröhren-, Magen-, Darm- und Dickdarmentzündung.
Auch Nebenwirkungen der unterstützenden supportiven Therapie können zu Bauchbeschwerden führen. Dazu gehört die Verstopfung, bedingt durch Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz (sogen. Setrone). Auch Schmerzmittel aus der Gruppe der stark wirksamen Morphine führen zu Verstopfung.
Ein Hauptproblem für die Patienten mit Tumorerkrankungen sind Übelkeit und Erbrechen. Auch diese können sowohl durch die Tumorerkrankung selber mit Beeinträchtigung des oberen Magen-Darmtraktes, als auch durch die Therapie (Chemo- und Strahlentherapie) bedingt sein. Auch die Schmerzmedikation kann zu ausgeprägten Symptomen der Übelkeit und des Erbrechens führen. Völlegefühl, Blähungen, Bauchkrämpfe und Schmerzen sind meistens Folgen der Tumorerkrankung und deren Absiedlung. Aber auch hierbei können die Therapeutika, die Chemo- oder lokale Strahlentherapie, zu einer Verstärkung der Symptome führen. Wichtig dabei ist, dass die Beschwerden fachärztlich der Ursache zugeordnet werden und eine entsprechende nebenwirkungsarme medikamentöse Therapie eingeleitet wird. Als Patient kann man diesen abdominellen Beschwerden entgegenarbeiten, indem man seine Essens- und Trinkgewohnheiten den Problemen anpasst.
Ernährungsspezifische Vorschläge zur Linderung und Verbesserung der Beschwerden finden Sie unter folgenden Themenbereichen:
Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
(red)
Quellen:
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2005, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64
Aktualisiert am: 31.05.11 - 15:22