Sie befinden sich hier:
Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Ernährung bei Krebs: Gewichtsabnahme und Mangelernährung

Ursachen und Entstehung

Ein Gewichtsverlust kann bereits ein erstes Anzeichen für eine Krebserkrankung sein. In diesem Fall ist die Ursache meist unerklärlich.

In der Regel ist eine Gewichtsabnahme und eine daraus resultierende Mangelernährung jedoch eine Folge der Diagnose und Therapie einer Krebserkrankung. Die Ursachen hierfür werden wie folgt beschrieben:

1. Zu geringe Energie- und Mikronährstoffaufnahme

Diese kann bereits kurz nach der Diagnose einer Krebserkrankung auftreten. Infolge des Schocks, den die Patienten durch die Diagnose einer Krebserkrankung erleiden, kommt es häufig zu emotionalen Reaktionen, wie Niedergeschlagenheit und Angst, sowie psychischen Problemen, die während einer Krebstherapie anhalten können und den meisten Menschen den Appetit nehmen. Das Essen macht keinen Spaß und schmeckt nicht mehr. Es wird zu wenig gegessen. Damit nimmt die tägliche Zufuhr an Energie und wichtigen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) ab. Diese sog. Anorexie hat einen negativen Einfluß auf das Immunsystem und die Abwehrkräfte, die im Kampf gegen den Krebs unbedingt gestärkt werden sollten.

Eine zu geringe Energie- und Mikronährstoffaufnahme ist außerdem Folge einer direkten Behinderung der Nahrungsaufnahme, beispielsweise durch Schmerzen, oder einen Tumor im Bereich von Mund, Speiseröhre oder Magen und dessen Folgen wie Kau- und Schluckbeschwerden.

Veränderungen des Geschmacks- und Geruchsempfindens, Übelkeit und Erbrechen, sind häufige Folgen einer Krebstherapie, die einen negativen Einfluß auf den Appetit habe. Der Verlust des Appetits bei Krebspatienten wird schließlich auch durch vom Tumor gebildete Stoffe, die das Sättigungsempfinden beeinflussen können, bewirkt. Appetitlosigkeit hat grundsätzlich negative Auswirkungen auf die Energie- und Mikronährstoffaufnahme. Gleiches gilt für Schädigungen der Darmschleimhaut und Durchfall als Folgen einer Krebstherapie, die eine optimale Nährstoffaufnahme verhindern.

2. Hoher Energie- und Mikronährstoffverbrauch

Ein hoher Energieverbrauch kommt z.B. durch Fieber zustande. Die bislang eingesetzten Krebstherapien stellen hohe Anforderungen an den menschlichen Körper. Nach Beendigung einer Krebstherapie laufen eine Vielzahl von Reparaturvorgängen im Körper ab, durch die ein erhöhter Bedarf an Energie und Baustoffen vorliegt.

Der Tumor an sich verbraucht Energie und Nährstoffe. zu deren Bereitstellung greift er die Körpersubstanz des Patienten und dessen Energie- und Nährstoffaufnahme an.

3. Veränderungen des Stoffwechsels

Ein Tumor greift in das Stoffwechselgeschehen des Körpers ein. Durch die Freisetzung von Botenstoffen, den sog. Zytokinen, bewirkt er gesteigerte und ineffektive Veränderungen des Stoffwechsels, deren Erklärung bis heute im Verborgenen liegt. Hierzu zählen z.B. ein im Vergleich zum Eiweiß- und Fettaufbau gesteigerter Abbau von Eiweiß und Fett, der bei vielen Patienten mit einer stetigen Abnahme von Muskel- und Fettgewebe sowie Einlagerung von Wasser verbunden ist.

Behandlung

Eine Möglichkeit zur Therapie der genannten Ursachen für eine Gewichtsabnahme und Mangelernährung bei Krebs ist eine ausreichende Nahrungsaufnahme. Zu dieser sollte sich der Patient zwingen, falls erforderlich. Besonders zu beachten ist, daß die Mahlzeiten eine hohe Nährstoffdichte aufweisen, d.h. in geringen Mengen möglichst hohe Mengen an einem bestimmten Nährstoff enthalten. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag sind im Hinblick auf das Auftreten gastrointestinaler Belastungen großen Mahlzeiten vorzuziehen.

Individuelle Berechnungen des Energiebedarfs des einzelnen Patienten und das Führen eines Ernährungstagebuches, das einen Überblick über die aufgenommenen Lebensmittel- und Energiemengen gibt, sind sinnvoll. Beides ist im Rahmen einer ernährungsmedizinischen Betreuung des Krebspatienten leicht zu realisieren.

So genannte Formuladiäten, d.h. fertige Trinknahrungen aus der Apotheke, sind eine gute Alternative zu normalen Lebensmitteln, falls Mahlzeiten nicht selbst zubereitet werden können oder der Patient unter Kau- oder Schluckbeschwerden leidet. Sie enthalten konzentrierte Mengen an Energie und Nährstoffen.

Vor oder während der Mahlzeiten sollte nicht getrunken werden. Getränke füllen den Magen mit Flüssigkeit, was dazu führt, daß eine Sättigung eintritt, noch bevor ausreichend gegessen wurde. Auch die konsumierten Getränke sollten Energie und Mikronährstoffe enthalten. Anstatt Wasser und Tee sind beispielsweise Fruchtsäfte mit Mineralwasser empfehlenswert, hierunter jedoch weniger kohlensäurehaltiges Mineralwasser, da auch die Kohlensäure eine Magenvöllegefühl auslöst und so den Hunger unterdrückt.

Grundsätzlich sollten ein Gewichtsverlust und eine daraus resultierende Mangelernährung vermieden werden, da hierdurch der Erfolg einer Chemo- oder Strahlentherapie geschmälert wird. Mangelernährung erhöht die Morbidität und Mortalität von Krebspatienten und vermindert deren Lebensqualität.


Aktualisiert am: 11.03.08 - 11:36



BMS Banner Melanom Wissen
Gesundheitsservice
Zweiter Atem
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->