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Ernährung bei Lungenkrebs

Hintergrund

Das Rauchen steht unumstritten an Spitze der Risikofaktoren für die Entstehung von Lungenkrebs. Dennoch können auch Nichtraucher an Lungenkrebs erkranken. Als ein weiterer Risikofaktor wird eine an Obst und Gemüse arme Ernährung gehandelt. Das Hauptinteresse richtete sich auf das Provitamin A, das Beta-Carotin. Beta-Carotin findet sich in Obst und Gemüsesorten, denen ein günstiger Effekt auf das Krebsrisiko nachgesagt wird. Entsprechend lag es nahe, einen möglichen vorbeugenden Effekt von Betacarotin auf die Entstehung von Lungenkrebs zu überprüfen. Zwei unabhängige Studien kamen jedoch zu dem Schluß, dass durch die hochdosierte Gabe von Beta-Carotin genau das Gegenteil erreicht wird: Das Risiko für die Entstehung eines Lungenkrebses wurde durch die Ergänzung von Beta-Carotin (in einem Fall in Verbindung mit Vitamin E, im anderen mit Vitamin A) jeweils erhöht und nicht gesenkt! Untersuchungen zum Beta-Carotin bei Patienten, welche bereits an einem Lungekrebs erkrankt sind, liegen nicht vor.

Ebenfalls eine vorbeugende Wirkung wurde für Selen vermutet. Jedoch konnte auch für Selen die vorbeugende Wirkung in einer aktuellen Studie nicht bestätigt werden. Dies galt in gleicher Weise für die Entstehung des Lungenkrebses wie auch des Prostatakrebses, welcher den Schwerpunkt der Untersuchung darstellte. Eine weitere Studie an Lungenkrebspatienten wird derzeit durchgeführt, Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Ob durch eine Umstellung der Ernährung der Verlauf einer Lungenkrebserkrankung günstig beeinflußt werden kann, ist derzeit nicht abschließend zu beurteilen. In zwei kleinen Studien wurde mit einer gezielten gemüsereichen Diät eine günstige Beeinflussung des Verlaufes berichtet, die Ergebnisse wurden bislang jedoch in keiner weiteren Untersuchung bestätigt.

Ein ungewollter Gewichtsverlust ist bei Lungenkrebspatienten ein häufiges Problem. Hierzu tragen die Auswirkungen der Erkrankung selbst, die Belastungen der Behandlung und in einzelnen Fällen die vorbestehenden Ernährungsgewohnheiten der Patienten bei. Auch bei stabilem Gewicht kann ein Mangel an Mikronährstoffen auftreten. Zur Deckung des Energiebedarfes können den allgemeinen Empfehlungen folgend häufige kleinere Mahlzeiten hilfreich sein. Die Einnahme von Vitamin- und Mineralpräparaten kann helfen, die empfohlenen Tagesdosen zu erreichen.

Ernährungstipps

  1. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichen frischem Obst und Gemüse.
  2. Die Einnahme von Vitamin- und Mineralpräparaten ist grundsätzlich nur erforderlich, wenn der Bedarf durch die normale Kost nicht gedeckt werden kann. Es reicht dabei aus, den empfohlenen täglichen Bedarf zu decken.
  3. Vermeiden Sie die Einnahme von unphysiologisch hohen Dosen (ein Vielfaches der empfohlenen Tagesdosis) an Beta-Carotin.
  4. Es gibt keine Gründe, gezielt auf bestimmte Speisen wie z.B. Fleisch oder Süßigkeiten gänzlich zu verzichten, wenn eine ausgewogene Ernährung sichergestellt ist.


Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs"
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(red)
 


Quellen:
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64


Aktualisiert am: 02.06.11 - 19:52



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