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Nierenkrebs, Nierenzellkarzinom, Adenokarzinom

Bösartige Tumoren der Niere können von verschiedenen Geweben ausgehen. Mit Abstand am häufigsten sind so genannte Nierenzellkarzinome (auch als Nierenkarzinom oder Adenokarzinom der Niere bezeichnet). Sie machen rund 95 Prozent aller Nierentumoren aus und gehen meistens von den Zellen der Harnkanälchen (Tubulussystem) aus. Eine Sonderform (etwa 4 Prozent der Tumoren) ist das Onkozytom, das zwar bildgebend wie ein Nierenkarzinom erscheint, aber nicht metastasiert.

Sehr viel seltener sind Tumoren des Nierenbeckens. Sie gleichen in ihrer Feingewebestruktur den bösartigen Blasen- und Harnleitertumoren und werden deshalb anders behandelt als das Nierenzellkarzinom.

Darüber hinaus gibt es bösartige Tumoren, die nicht vom Nierengewebe ausgehen, wie zum Beispiel Lymphome – also Krebse des lymphatischen Gewebes – und Sarkome, die sich in der Muskulatur entwickeln. Sie sind, ebenso wie das Nephroblastom, im Erwachsenenalter selten. Das Nephroblastom, auch als Wilms-Tumor bezeichnet, ist eine bösartige Geschwulst der Niere, die fast ausschließlich bei Kindern unter fünf Jahren auftritt.

Im Folgenden wird nur von Nierenzellkarzinomen die Rede sein.

In der Regel ist nur eine der beiden Nieren von einer Tumorerkrankung betroffen. Die meisten Patienten haben daher dank ihrer gesunden zweiten Niere keine Probleme mit der Harnausscheidung. Nur selten – bei etwa 1,5 Prozent der Patienten – entwickelt sich später auch in der anderen Niere ein Karzinom, noch seltener sind beide Nieren gleichzeitig betroffen. In diesen Fällen liegt meist eine genetische Veranlagung für Nierenkrebs vor. Sie ist den Betroffenen in der Regel schon durch andere, typische Begleiterkrankungen bekannt.

Häufigkeit
Nierenkrebs ist eine relativ seltene Tumorerkrankung. Etwa 2 Prozent aller Krebsgeschwüre sind Nierenzellkarzinome. Zu zwei Drittel sind Männer betroffen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist weltweit ansteigend, der Grund dafür ist nicht bekannt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei ca. 65 Jahren, bei Frauen bei etwa 70 Jahren.

Nierenkrebs wird heute häufig schon in einem frühen Stadium diagnostiziert und kann dann meist erfolgreich behandelt werden. Verantwortlich für diese positive Entwicklung ist der häufige Einsatz der Ultraschalluntersuchung, bei der die meisten Nierentumoren zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung im Bauchraum entdeckt werden. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien sind die Heilungsaussichten allerdings eher ungünstig.

(red)


 
Quellen:
C. Fischer, R. Oberneder: Nierenzellkarzinom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 103-112 
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010




Fachliche Beratung
Prof. Dr. Claus Fischer
Urologische Klinik
Krankenhaus Hohe Warte
Bayreuth


Aktualisiert am: 14.04.11 - 22:47



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