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Gebärmutterkörperkrebs, Gebärmutterkrebs, Korpuskarzinom, Endometriumkarzinom - Definition

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Unterschieden wird zwischen der Krebserkrankung des Gebärmutterhalses und der Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers. Die beiden Tumorarten gehen jeweils von einem anderen Gewebetyp aus und unterscheiden sich hinsichtlich Früherkennung, Krankheitszeichen, Diagnose und Behandlung.

Bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers (Korpuskarzinom, von lateinisch „corpus“: Körper) haben ihren Ursprung fast immer in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die das Organ im Inneren auskleidet. Aus diesem Grund wird Krebs des Gebärmutterkörpers auch als Gebärmutterschleimhautkrebs oder fachsprachig Endometriumkarzinom bezeichnet.

Häufigkeit

Krebserkrankungen des Gebärmutterkörpers stellen in Deutschland mit einem Anteil von 5,6 Prozent die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Weltweit nimmt es die siebte Stelle ein. Außerdem sind sie die häufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Pro Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (2010) rund 11.100 Frauen in Deutschland an Gebärmutterkörperkrebs. Weltweit sind es 142.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Häufigkeit ist nach einem geringen Anstieg während der 80iger Jahre seit Mitte der 90iger Jahre leicht rückläufig.

Es zeigen sich regionale Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens, wobei Nordamerika und Westeuropa weltweit an der Spitze stehen. 

Die Mehrzahl der betroffenen Frauen erkrankt nach den Wechseljahren (Menopause). Jüngere Frauen sind hingegen nur selten von Gebärmutterkörperkrebs betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge bei über 69 Jahren.

Der Anteil an allen Todesfällen durch Krebs fällt für den Gebärmutterkörperkrebs aufgrund der guten Prognose mit 2,4% niedrig aus. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 75% und 83%. Damit liegt Gebärmutterkörperkrebs an zehnter Stelle der durch Krebs verursachten Todesfälle unter Frauen. Die Sterblichkeit an Gebärmutterkörperkrebs ist in den letzten Jahren rückläufig.

Inzidenz
absolut
Inzidenz
pro
100 000
Gesamtmortalität
absolut
Gesamtmortalität
pro 100 000
Gesamt
84550
 
28751
 
MCa
55150
-130,8
17780
-42,2
ECa
11350
-27,0
2678
-6,4
OCa
9950
-23,5
5910
-14,3
CxCa
6500
-15,4
1763
-4,2
Vul/VagCa
1600
-2,5
620
-0,5
Inzidenzen und Mortalität der Karzinome
(MCa = Brustkrebs; ECa = Gebärmutterkörperkrebs, OCa = Eierstockkrebs, CxCa = Gebärmutterhalskrebs, Vul/VagCa = Vulva- und Vaginalkrebs)

(red)



Quellen:
Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom, in :Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 73-126
Beckmann M.W., Bender H.G.: Nationale Onkologische Präventionskonferenz (N.O.P.®), in: Die Essener Erklärung.
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2005


Fachliche Beratung


Prof. Beckmann,
Universitätsfrauenklinik Erlangen
 



PD Dr. Lux, Universitätsfrauenklinik Erlangen




Aktualisiert am: 09.08.10 - 13:45

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