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Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom - Ursache und Risikofaktoren
Die Ursachen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind noch nicht endgültig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Krebserkrankung des Gebärmutterhalses erhöhen.
Als mit Abstand wichtigster Risikofaktor gilt heute die Infektion mit bestimmten humanen Papillomviren (HPV). Humane Papillomaviren umfassen eine große Gruppe verschiedener Typen. Einige verursachen auch Warzen an der Haut und im Genitalbereich und werden unter anderem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Allerdings erkranken nur etwa drei Prozent der Frauen, die mit Papillomviren infiziert sind, tatsächlich an Gebärmutterhalskrebs.
Zusätzliche Faktoren, wie z.B. genetische Veränderungen oder ein geschwächtes Immunsystem, können die Tumorentstehung beeinflussen. Auch Genitalinfektionen mit anderen Erregern und Rauchen scheinen den Ausbruch der Erkrankung zu begünstigen. Möglicherweise spielen zudem Ernährungsfaktoren eine Rolle.
Ein erhöhtes Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken besteht,
- wenn bei Ihnen eine Infektion mit humanen Papillomviren vorliegt (HPV-Typen 16 und 18). Diese Viren bzw. Teile ihres Erbmaterials lassen sich in fast allen Krebsvorstufen und bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses nachweisen. Man nimmt an, dass die Viren – im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren – die Entartung der Gebärmutterhalszellen verursachen.
- wenn der Arzt bei Ihnen im Zellabstrich einen ungünstigen Befund oder bereits eine Krebsvorstufe (Dysplasie) feststellt. Je nach Art der Zellveränderung spricht man von einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN), einer adenomatösen intraepithelialen Neoplasie (AIN) oder einem Carcinoma in situ (CIN III).
- wenn Sie bereits in sehr jungen Jahren Geschlechtsverkehr und häufig wechselnde Sexualpartner hatten. Man geht davon aus, dass dadurch neben anderen Scheideninfektionen und Krankheiten auch häufiger HPV-Infektionen übertragen werden.
- wenn Sie an chronischen Infektionen und Viruserkrankungen leiden, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (z.B. Gonorrhö oder Herpes genitalis).
- wenn die Immunabwehr Ihrer Scheide vermindert ist. Dazu kommt es vor allem durch chronischen Nikotinmissbrauch. Die Krebs erregenden Bestandteile des Zigarettenrauchs sind auch im Sekret des Gebärmutterhalses nachweisbar und können dort ihre schädigende Wirkung entfalten. Aber auch eine HIV-Infektion oder immunsupprimierende Medikamente können das Immunsystem schwächen.
- wenn Ihr Vitaminbedarf nicht gedeckt ist. Eine vorbeugende Wirkung wird Zitrusfrüchten, Gemüse (v.a. Knoblauch und Zwiebeln) sowie allgemein den Vitaminen C, E und A1 zugeschrieben. Allerdings ist die aktuelle Datenlage hierzu sehr schwach.
Mit den nachfolgenden Fragen können Sie individuell herausfinden, ob Sie ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs haben:
Bericht von der Nationalen Onkologischen
Präventionskonferenz (N.O.P.®)
Beckmann M.W., Geburts-Frauenheilk 2008; 68: R1–R24
(red)
Quellen:
Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 1-72
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
Fachliche Beratung
Aktualisiert am: 24.10.11 - 12:30