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Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Unterschieden wird zwischen der Krebserkrankung des Gebärmutterhalses und der Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers. Die beiden Tumorarten gehen jeweils von einem anderen Gewebe aus und unterscheiden sich hinsichtlich Früherkennung, Krankheitszeichen, Vorsorge, Diagnose und Behandlung.

Bösartige Tumoren des Gebärmutterhalses, auch Zervixkarzinome genannt, entwickeln sich zumeist aus der Plattenepithelhaut im Bereich des äußeren Muttermunds. Bevorzugt entstehen sie im Übergangsbereich (Transformationszone) von Gebärmutterschleimhaut und Plattenepithelhaut der Scheide. In seltenen Fällen entsteht Gebärmutterhalskrebs aber auch aus Schleimhautzellen des Muttermunds. Man spricht dann von einem Adenokarzinom. Die Entartung des Gewebes ist ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht und häufig durch bestimmte Arten von Viren ausgelöst wird. Da der Muttermund für eine Untersuchung gut zugänglich ist, können Zellveränderungen und Krebsvorstufen bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Häufigkeit und Prognose

Gebärmutterhalskrebs ist in den letzten Jahrzehnten dank der verbesserten Früherkennung zu einer eher selteneren Tumorart geworden. Die einst häufigste Krebserkrankung der Frau hat inzwischen, gemessen an allen bösartigen Frauenleiden, nur noch einen Anteil von 2,2 Prozent und steht damit an 12. Stelle.

Den jüngsten Daten des Robert-Koch-Instituts und des GEKID von 2012 zufolge treten derzeit in Deutschland jährlich etwa 4.900 Neuerkrankungen auf. Jedes Jahr versterben rund 1.600 Patientinnen an der Erkrankung. Die Krankheitshäufigkeit variiert mit dem Lebensalter. Besonders oft betroffen sind Frauen zwischen 40 und 59 Jahren. Ein zweiter Anstieg der Häufigkeit zeigt sich nach dem 60. Lebensjahr. Vorstufen und Frühformen von Gebärmutterhalskrebs werden vor allem bei Frauen im Alter von 20-40 Jahren festgestellt.

Die Diagnose fortgeschrittener Tumorstadien sowie die Zahl der Todesfälle sind in den letzen 30 Jahren stark zurückgegangen. Das ist unter anderem den wirksamen Früherkennungsmaßnahmen zuzuschreiben, durch die die Vor- und Frühstadien der Krebserkrankung rechtzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden können.

Hierdurch hat sich die Prognose für Erkrankte deutlich verbessert. Die Sterberaten sind seit 1980 deutlich zurückgegangen. Insgesamt stirbt in Deutschland derzeit ca. eine von 340 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, das entspricht den oben genannten knapp 1.600 Fällen jährlich, vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Patientinnen mit einem invasiven Zervixkarzinom liegt bei 68 Prozent. Dies beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die nächsten fünf Jahre zu überleben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gleichen Alters.


Inzidenz
absolut
Inzidenz
pro
100.000
Gesamt-mortalität
absolut
Gesamt-mortalität
pro 100.000
Gesamt
97.210
27.374
MCa
71.660
171,1
17.209
41,1
ECa
11.280
26,9
2.420
5,8
OCa
7.790
18,6
5.529
13,2
CxCa
4.880
11,6
1.596
3,8
Vul/VagCa
1.600
2,5
620
-0,5
Inzidenzen und Mortalität der Karzinome
(MCa = Brustkrebs; ECa = Gebärmutterkörperkrebs, OCa = Eierstockkrebs, CxCa = Gebärmutterhalskrebs, Vul/VagCa = Vulva- und Vaginalkrebs)

(red)



Quellen:
[1] Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 1-72
[2] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006


Fachliche Beratung



Prof. Dr. Matthias W. Beckmann Universitätsfrauenklinik Erlangen
 

Dr. Martin Koch
Universitätsfrauenklinik Erlangen


Dr. Grit Mehlhorn, Universitätsfrauenklinik Erlangen




Aktualisiert am: 21.09.12 - 14:02



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